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Plan Bee - Nisthilfen für Wildbienen 

Projektvorstellung - Wissenswertes - Nisthilfen - Nektarpflanzen - Projektfotos - Projektbroschüre - Radiosendung zum Projekt

 

Renovierungsarbeiten an der Insektenwand auf der NABU-Streuobstwiese in Wehnen...
Die meisten Wildbienen leben solitär, also allein. Ausnahmen bilden etwa einige Arten der Furchenbienen und alle Hummelarten. Anders als bei den Honigbienen, wo sich nur die Königin fortpflanzt, sucht sich bei den solitär lebende Bienen jedes befruchtete Weibchen selbstständig einen Platz für die Eiablage. Doch daraus ergeben sich immer mehr Schwierigkeiten, denn geeignete Nistplätze werden immer knapper.

Wer Wildbienen Nistmöglichkeiten anbieten möchte, muss sich nicht gleich eine riesige Insektenwand in seinen Garten stellen. Auch kleinere Angebote werden gern angenommen. Doch nur etwa ein Viertel der in Deutschland vorkommenden 560 Bienenarten legt ihre Eier in Hohlräume, wie sie Insektenhotels anbieten. Die übrigen drei Viertel nisten im Erdboden.

Einige Arten, wie beispielsweise die Mauerbienen, bevorzugen für ihre Kinderstube hohle Pflanzenstängel. Darin legen sie mehrere Brutzellen hintereinander an, in die jeweils ein Ei auf ein Gemisch aus Pollen und Nektar gelegt wird. Anschließend wird die Öffnung des Stängels mit Lehm oder kleinen Steinchen (je nach Art) verschlossen. So legt ein Weibchen in seinem vier- bis sechswöchigen Leben 20 bis 40 Brutzellen an. Die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, entwickeln sich in wenigen Wochen zu fertigen Bienen, die in den Brutzellen überwintern und im Folgejahr ihre Röhre verlassen. Daher müssen alle Insektennisthilfen über den Winter draußen bleiben, sonst würden die Tiere zu früh ausfliegen und auf Grund des Blütenmangels verhungern.

Neue Aufgabe für einen ausgemusterten Vogel-Nistkasten - Gentrifizierung mal anders!
Auf vergleichbare Weise legen einige Arten ihre Brutzellen in Holz an, beispielsweise in alten Käferfraßgängen.

In unseren aufgeräumten Gärten (wie auch in der freien Landschaft) werden solche Strukturen immer seltener: abgestorbene Pflanzenstängel werden umgehend beseitigt und Totholz hat in einem 'ordentlichen Garten' auch nichts zu suchen. Mit ein wenig Hintergrundwissen können diese Strukturen aber als Nisthilfen nachempfunden werden.

Material für Nisthilfen:

Bambusstücke mit einem Öffnungsdurchmesser von 3 bis 9 mm werden auf eine Länge von 10 bis 20 cm zugeschnitten. Dabei muss beachtet werden, dass jeder Knoten eine unüberwindbare Hürde für WIldbienen ist und die Brutröhre da "zu ende" ist.Solche Knoten richtet man also am besten zum hinteren Ende der Nisthilfe aus. Wichtig ist außerdem, dass die Röhren hinten verschlossen sind, entweder durch die natürlichen Knoten des Bambus, durch Lehm oder vergleichbares oder durch die Rückwand der Nisthilfe. Kükendraht schützt vor hungrigen Vögeln!

Schilfhalme, zurechtgeschnitten und gebündelt, eignen sich ebenfalls als Nisthilfe. Wichtig ist, dass die Halme intakt und die Öffnungen möglichst sauber abgeschnitten sind.

Unbehandelte, abgelagerte Hartholzstücke (Eiche, Buche, Esche, Obsthölzer, ...) können ebenfalls den Bedürfnissen von Wildbienen angepasst werden. Dazu Löcher mit einem Durchmesser von 2 bis 10 mm in das Holz bohren (Länge des Bohrers voll nutzen!). Um möglichst vielen verschiedenen Arten ein passendes "Zimmer" anzubieten, sollten möglichst viele verschiedene Durchmesser gewählt werden. Auch wenn Holzscheiben dekorativ aussehen, sollte besser quer zur Maserung gebohrt werden, da ins Stirnholz gebohrte Gänge oft einreißen und dann von Wildbienen nicht mehr angenommen werden. Für den letzten Schliff (und die Entfernung störender Splitter) sorgt feines Sandpapier.

Nadelhölzer sind für Wildbienennisthilfen ungeeignet. Ihre Fasern richten sich bei Feuchtigkeit auf; Wildbienen bevorzugen glatte Bohrgänge!

Gehörnte Mauerbiene beim Verschließen einer Niströhre...
Auch markhaltige Stängel werden von einigen Arten angenommen. Dazu werden meterlange Stücke von Brombeere, Heckenrose, Disteln oder Königskerze einzeln senkrecht an einen Stock, Zaun oder ähnliches gebunden. Die Tiere nagen sich ihre Gänge selbst in das weiche Mark, das sie über die Schnitt- beziehungsweise Bruchstellen der Stängel erreichen.

Einige Arten nehmen auch künstlich angelegte Lehmwände an. In großen Insektenwänden werden häufig ganze Fächer damit gefüllt. Eine kleinere Variante wäre beispielsweise ein mit Lehm gefüllte Blumenkasten, der nach dem Aushärten so auf die Seite gelegt wird, dass die Tiere eine senkrechte Lehmoberfläche vorfinden. Den Lehm muss man mit dem Fingernagel abschaben können, ansonsten ist er zu hart und die Tiere können sich ihre Gänge nicht nagen. Da sie das selbstständig tun, müssen keine Gänge vorgebohrt werden. Es reicht lediglich, die Lehmoberfläche mit dem Daumen leicht einzudrücken.

Idealerweise sollten alle Typen von Insektennisthilfen sonnig (und trocken, sofern sie kein eigenes Dach haben) angebracht werden, beispielsweise an einer Hauswand oder Balkonbrüstung. Die Nisthilfe sollte nicht baumeln, eine freie Aufhängung an einem Ast ist also ungeeignet. Am besten eignet sich eine Ausrichtung von südost bis südwest. Die Gänge müssen waagerecht orientiert sein. Die Nisthilfen müssen nicht gereinigt werden, das übernehmen ihre Bewohner selbstständig.

Ungeeignet sind:

  • Lochziegel (die Löcher sind zu groß, können aber als Halterung für Bambusstücke dienen)
  • Nadelholz (Fasern stellen sich auf)
  • Tannenzapfen
  • Niströhren aus Kunststoff (ermöglichen zwar das Beobachten der Entwicklung der Tiere, durch den mangelnden Luftaustausch verpilzen die Larven jedoch oft)

Diese Nisthilfen sind nur ein Ersatz für natürliche Strukturen wie Totholz und abgestorbene Pflanzenstängel!

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