Artenvielfalt in der Stadt - Eidechsen - Fledermäuse - Gebäudebrüter - Hecken - Hummeln - Huntewiesen - Kreuzottern - Lebendiger Friedhof - Naturgarten - Nisthilfen - Obstwiesen - Ornithologie - Ringelnattern - Schleiereulen - Schmetterlinge - Steinkäuze Naturgarten - Artenvielfalt in der Stadt
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| Auch städtisch angelegte Gärten können naturnahe Bereiche und heimische Pflanzen aufweisen... |
Das Projekt:Mit diesem Projekt möchte der NABU einer breiten Öffentlichkeit Möglichkeiten zur Erhaltung oder Verbesserung der Artenvielfalt aufzeigen. Angesprochen für die praktische Umsetzung von konkreten Maßnahmen im Rahmen des Projektes werden hier insbesondere Schulen, Kindergärten, Altenheime, Vereine u. ä. mit öffentlich zugänglichen Flächen.
Zusammen mit solchen Projektpartnern wird der NABU ausgewählte Maßnahmen planen und gemeinsam in die Tat umsetzen.
Artenvielfalt, was ist das eigentlich?
Artenvielfalt ist das Maß für die Vielfalt der biologischen Arten, also der verschiedensten Tier- und Pflanzenarten innerhalb eines Lebensraumes. Es kann anzeigen, wie gesund ein Ökosystem ist.
Jedoch denken viele Menschen bei Artenvielfalt an den Regenwald mit seinen unzähligen Tier- und Pflanzenarten. Und tatsächlich leben ca. 80 % aller auf der Erde bekannten Arten nur dort. Doch Artenvielfalt findet man auch vor der eigenen Haustür und immer mehr im städtischen Bereich. Teilweise ist die Artenvielfalt in der Stadt höher als auf dem Lande. Trotzdem ist die Artenvielfalt weltweit in den letzten 30 Jahren insgesamt um 40 % zurückgegangen.
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| Eidechse - auch bei uns im Norden sind Eidechsen in einem naturnahen Gelände durchaus zu finden... |
Die Hauptursachen des Artenschwundes:
- Biotopvernichtung, Zerschneidung und Versiegelung der Landschaft sowie deren Umwandlung in bewirtschaftete Monokulturen, aktuell Maisanbau für Biogasanlagen (Vermaisung)
- Ausbeutung der biologischen Ressourcen (z. B. Überfischung, übermäßiges Fangen, Jagen, Sammeln)
- Veränderung der Umwelt durch Verschmutzung oder Klimaveränderung
- Verdrängung einheimischer Arten durch invasive (eingewanderte) Arten
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| Insektenwand - die kann man natürlich auch in kleiner bauen... |
Mögliche Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt auf einer Fläche :
- Aufstellen von Insektenwänden für Wildbienen
- Anpflanzen von Hecken, Wildstauden, Obstbäumen und Küchenkräutern
- Pflanzung von heimischen Wildgehölzen und nektarreichen Stauden
- Anbringung von Nisthilfen für Kleinsäuger, z. B. Winter- und Frühlingsunterschlüpfe für Igel und Sommerquartiere für Fledermäuse
- Anbringung von Nisthilfen für Vögel
- Einrichtung einer Schmetterlingswiese als Nahrungshabitat
- Anlegen von Trockenmauern mit Wildstauden und Unterschlupfmöglichkeiten für Echsen und Wohnraum für Insekten
- und und und...
Viele Tipps und Möglichkeiten, was in Gartenbereich und Grünanlagen konkret zur Förderung der heimischen Pflanzen- und Tierwelt zu tun ist, haben wir hier zusammengestellt...
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| Errichtung des Hochbeets mit der Gartenbau-AG der Freien Waldorfschule Oldenburg |
Hochbeet gebaut und bepflanzt
Bereits kurz nach Projektstart meldete sich der Heilpädagogische Zweig der Freien Waldorfschule Oldenburg. Zusammen mit der Garten-Bau-AG errichtete der NABU im September an nur 2 Nachmittagen ein Hochbeet. Es wurden fleißig Natursteine gestapelt und der Innenraum mit Mutterboden aufgefüllt.
Statt eines Zaunes steht nun ein Hochbeet an der Grundstücksgrenze. Bepflanzt mit nektarreichen Stauden wie z.B. Minze, Thymian, Färberkamille und verschiedenen Sedum-Arten (Mauerpfeffer) bietet das Hochbeet nicht nur Nahrung für Hummeln und andere Insekten, sondern auch Versteckmöglichkeiten für Eidechsen, Kröten und Laufkäfer.
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| Schüler der Grundschule Klingenbergstrasse |
Ohrwurmhäuser gebastelt und aufgehängt
Im Oktober und November wurden mit Kindern des Stadtteiltreffs Bloherfelde und der Grundschule Klingenbergstraße Ohrwurmhäuser aus Tontöpfen gebaut. Ohrwürmer, auch Ohrenkneifer genannt, sind Fluginsekten und gelten aufgrund ihrer Vorliebe für Blatt- und Schildläuse als Nützlinge im Garten. Auch vertilgen sie gerne kleine Insektenlarven und sogar Mehltaupilze. Tagsüber halten sie sich in Mauerritzen, unter Brettern, Laub, Steinen u. ä. auf, nehmen aber auch gerne künstliche Wohnungen an. Diese werden an Bäume gehängt oder auf den Boden gestellt.
Der Name leitet sich nicht, wie fälschlicherweise oft angenommen wird, von der Attraktivität des menschlichen Ohres als Behausung ab. Früher wurden Ohrwürmer pulverisiert als Medizin ins Ohr gegeben.
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| AG „Lebensraum Schule“ pflanzt eine Erle |
Ligusterhecke erweitert und Grau-Erlen gepflanztObwohl draußen schon Minus-Temperaturen herrschten, hat die BBS II Wechloy zusammen mit dem NABU Oldenburg Hecken- und Baumpflanzungen vorgenommen. Die Hecke, die leider schon ausgedünnt war, konnte vervollständigt und erweitert werden. Jetzt ist sie Lebensraum, Schutz und Nahrungsquelle für viele verschiedene Vogelarten. Denn im Winter ernähren sich fast alle Vögel von Früchten und Samen. Das ist gerade jetzt besonders wichtig, da die Vögel wegen der dicken Schnee- decke kaum an Futter ran kommen.
Außerdem wurden auf der großen Grünfläche vor dem Schulgelände Grau-Erlen angepflanzt. Sie gelten als ökologisch wertvoll, da sich in und an ihnen zahlreiche Falter und Schmetterlingsarten aufhalten. Bereits im nächsten Frühjahr wird man sich an der Vielzahl der verschiedenen Insekten erfreuen können.
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| Umwelt-AG in der GS Klingenbergstraße (Oldenburg) |
Nistkästen Aufhängen in der Grundschule Klingenbergstrasse
Pünktlich zum Start der diesjährigen Brutsaison hat die Umwelt-AG der GS Klingenbergstraße zusammen mit dem NABU Oldenburg Nistkästen angebracht. Die Kinder können direkt vor ihrem Klassenzimmer sehen, wann die Nistkästen besetzt werden und den Sommer über verfolgen, wie viele Insekten die Eltern herbeischaffen müssen, bis die Jungen flügge werden. Sie lernen ganz nebenbei die verschiedenen Vogelarten kennen. Außerdem erfahren sie einiges über die Lebensweise unserer gefiederten Gartenbesucher und die Zusammenhänge in der Natur. Das trägt bei zum Verständnis der Wichtigkeit der Artenvielfalt und der Arterhaltung. Nur so wird man sich später für den Erhalt und den Schutz der Natur einsetzen. Denn was man nicht kennt, wird man nicht vermissen.
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| Stadtteiltreff Bloherfelde (Oldenburg) |
Wohnungsbau für die GefiedertenSchon Ende letzten Jahres hat der Stadtteiltreff Bloherfelde mit dem NABU gemeinsam Ohrwurmhäuser gebaut und aufgehängt. Oft fehlt es an geeigneten Unterschlüpfen für diesen unscheinbaren Nützling im Garten.
Im März diesen Jahres konnten in den Bäumen in der Nähe des Stadtteil-Treffs 4 Nistkästen angebracht werden. Jetzt haben Kleiber, Star, Blau- und Kohlmeise einen neuen Unterschlupf bekommen. Denn für genügend Nahrung, um die Vögel auch anzulocken, ist bereits gesorgt. Auf einer Rasenfläche unmittelbar vor Reihenhäusern haben Freiwillige des Treffs kleine Gemüsebeete angelegt.
Davon hat der Stadtteiltreff Kreyenbrück gehört und sich ebenfalls gemeldet, um am Projekt teil zu nehmen. Nachdem die fleißigen Gärtner im Rahmen des Projektes „Internationale Gärten“ mehrere Gemüsebeete vor dem Gebäude angelegt hatten, sollte die Fläche gezielt für Vögel interessanter gestaltet werden. Und zwar mit dem Aufhängen von Nistkästen. Am Tag des offenen Gartens wurden von der Projektleitung verschiedene Nistkästen vorgestellt. Zudem wurde erläutert wie und wo man Nistkästen aufhängt, und dass sie nach Ende der Brutsaison gereinigt werden. Dies soll eine zu hohe Zahl an Parasiten und anderen Schädlingen vermeiden, die den Jungvögeln im nächsten Jahr zu schaffen machen können. Anschließend wurden 3 Kästen gemeinsam aufgehängt: Kohlmeise, Blaumeise und Star haben nun neue Wohnungen erhalten.
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| Stadtteiltreff Kreyenbrück (Oldenburg) |
Diese werden sicher fleißig bei der Vertilgung zahlreicher Schadinsekten helfen, so dass die Gemüse- Beete weitestgehend verschont bleiben.
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| Neue Fledermauskästen für den KGV Bloherfelde |
KGV Bürgerfelde schafft Sommerquartiere für Fledermäuse
Gemeinsam mit den beiden Vorsitzenden des Kleingarten-Vereins, Irma und Helmuth Stöver, wurden Fledermaus-Kästen angebracht. Denn viele der über 20 in Deutschland heimischen Arten sind in ihrem Bestand bedroht. Die Gründe sind fast ausschließlich auf den Menschen zurück zu führen. Durch die intensive Landwirtschaft und das vielerorts Fehlen alter Baumbestände mangelt es den Tieren an geeigneten Quartieren aber auch an genügend und vor allem insektizid-freier Nahrung.
Schon länger beobachten die Kleingärtner die „Flugkünstler der Nacht“ über dem Gelände und wollen den Fledertieren einen geeigneten Unterschlupf bieten. In einer Höhe von ca. 4 Metern wurden die Kästen am Baum befestigt. Wichtig ist, dass die Handflügler (Chiroptera) einen freien Anflug haben. Der Kasten sollte also nicht hinter Gebüsch oder über Ästen angebracht werden. Aufgrund der unterschiedlichen Bepflanzung der einzelnen Parzellen finden auf dem Gartengelände viele Insekten Nahrung, die wiederum potentielle Beute für die Fledermäuse sind.
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| Projektleiterin Alida Eilers |
Teilnahme am Projekt:
Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, sollten Sie eine öffentlich zugängliche Fläche in Ihrem Betrieb, einen Schulgarten oder eine behördlicher Pflege unterliegende Grünanlage ökologisch aufwerten und die örtliche Artenvielfalt zusammen mit uns verbessern wollen - wenden Sie sich bitte direkt an die Projektleitung:
Projekt Naturgarten - Artenvielfalt in der Stadt:
Alida Eilers
NABU Oldenburg
Schlosswall 15
26122 Oldenburg
Tel.: 0441-25600
Mail: eilers@nabu-oldenburg.de
Durch die gemeinsame Planung und Durchführung der Maßnahmen zur Steigerung des ökologischen Wertes der einzelnen Projektflächen können alle Beteiligten und Besucher die Natur hautnah miterleben, beobachten und viel darüber lernen, wie man auch kleinräumig im städtischen Bereich positiven Einfluss auf die Natur und die örtliche Artenvielfalt ausüben kann.
Projektunterlagen
1. Einen Flyer zur Zielsetzung des Projektes, zu den Möglichkeiten der Kooperation und alle Kontaktdaten finden sich im Download des Projekt-Flyers als PDF-Datei...
2. Ab sofort ist das Projektheft 'Naturgarten - Artenvielfalt in der Stadt' in der NABU-Geschäftsstelle kostenfrei erhältlich (16 S., DIN A5, farbig, s. Abbildung links)!
Privatgärten:
Wer keine öffentlich zugängliche Fläche hat, die in diesem Projekt erfasst werden könnte - wer aber einen privaten Garten sein eigen nennt, kann natürlich auch aus der Vielfalt der Möglichkeiten schöpfen, um die Artenvielfalt schon auf relativ kleinen Raum erkennbar zu vergrößern. Beispiele und Gedanken dazu finden sich beispielsweise hier...
Sogar wer keinen Garten hat, kann etwas für die heimische Tierwelt tun. Indem beispielsweise Küchenkräuter wie Thymian, Minze, Lavendel u. ä. auf den Balkon oder in einen Pflanzkübel vor die Tür gestellt werden. Diese bieten mit ihren Blüten eine nektarreiche Nahrung z. B. für Hummeln und andere Insekten. Dabei können die Tiere aus direkter Nähe beobachtet werden. Natur in der Stadt ist gleichzeitig Lebensqualität, Erfahrungshorizont und Erholung.
Wir danken den Förderern dieses Projektes:
Artenvielfalt in der Stadt - Eidechsen - Fledermäuse - Gebäudebrüter - Hecken - Hummeln - Huntewiesen - Kreuzottern - Lebendiger Friedhof - Naturgarten - Nisthilfen - Obstwiesen - Ornithologie - Ringelnattern - Schleiereulen - Schmetterlinge - Steinkäuze |