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Schleiereulen im Oldenburger Land

Die aus dem Vorderen Orient stammende Schleiereule könnte von ihrer Biologie her ganzjährig bei uns brüten. Doch ist ihre Brutzeit in unserer Region sehr vom aktuellen Nahrungsangebot abhängig. Als Bodengreifer sind Schleiereulen vor allem auf Kleinsäuger spezialisiert (Mäuse, Maulwürfe, Ratten etc.). Man sagt "ein gutes Mäusejahr ist auch ein gutes Schleiereulenjahr..."

Als Jagdreviere sind offene Flächen geeignet, als Nistplatz werden gerne Scheunen oder ähnliche Strukturen genutzt. Die Schleiereulen-Bestände im Oldenburger Land waren in den letzten Jahrzehnten deutlich rückläufig.

Die Hauptbrutzeit dieses Eulenvogels ist in unserer Region etwa von April bis Juli: Die Entwicklung der Eier dauert ungefähr sechs Wochen und nach nochmals sechs Wochen werden die Jungtiere flügge.

schleiereulen im nest
Junge Schleiereulen im Nest
Aktiv für Schleiereulen

Bereits seit 25 Jahren betreuen Ehrenamtliche des NABU Schleiereulenkästen im gesamten Oldenburger Land. Als typischem "Scheunenbewohner" kann der Schleiereule dadurch geholfen werden, dass im Inneren von Scheunen oder auch Kirchendachstühlen ein geräumiger Spezialkasten angebracht wird. Ein Einflugloch von etwa Postkartengröße - vielen noch bekannt als "Uhlenflucht" - sorgt für den Zugang.

So ist nicht nur den Schleiereulen ein artgerechter Nistplatz eingerichtet, sondern auch der Dachstuhl kann durch die Eigner weiterhin genutzt werden, ohne die Tiere zu stören. Allerdings sollte die Anbringung des Kastens aufgrund seines Gewichtes und der nötigen Höhe besser durch erfahrene Betreuer durchgeführt werden. Auch Betreuung und Reinigung des Kastens und des Geleges erfordern einige Erfahrung.

schleiereulen im nest
Die "Spezialisten" in ihrer Werkstatt
Ebendiese bringen die "Spezialisten" des NABU mit, die inzwischen über 100 Schleiereulenkästen in der Region betreuen - und das mit erstaunlichem Bruterfolg: Allein im Jahr 2000 (ein gutes "Mäusejahr"...) kamen in diesen Kästen 196 junge Schleiereulen zur Welt! In 2002 waren es stolze 144 Jungtiere, 2003 dann 181. 2004 war ein echtes Rekordjahr: 350 Jungtiere waren zu verzeichnen! Der Schleiereulenbestand im Oldenburger Land steigt somit Dank Einsatz der NABU-Ehrenamtlichen in den letzten Jahren wieder deutlich an...

Doch auch andere Tiere wissen die Vorteile der Schleiereulenkästen zu schätzen: Dohlen nehmen oft ungenutzte Schleiereulenkästen an und zwischen Turmfalken und Schleiereulen kann es direkt Streitereien um einzelne Kästen geben; so kamen beispielsweise im Jahr 2000 auch 15 Turmfalkenjunge in fünf verschiedenen Gelegen in den Kästen des NABU zur Welt.

Hier kann ein Film zum Schleiereulenprojekt des NABU Oldenburg angesehen werden, den der Lokalsender OEins im April 2010 gesendet und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:


 

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