Montag, 21.8.2017
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Obstwiesen

Unser Obst

birnenblüte
Die alljährliche Obstblüte - hier eine Birne - gehört zu den ersten Nektarquellen für Wildbienen und andere Insekten
Über Jahrhunderte wurden ortsnahe Obstwiesen in ganz Deutschland gefördert, geradezu gefordert. Denn die Früchte boten eine Garantie für frische und vitaminreiche Nahrung in schlechten Zeiten. Auf der sogenannten "Almende" und oft auch alleeartig an Wegrändern wurden Obstbäume aller Sorten gepflanzt und selbstverständlich auch gepflegt, da ihr Nutzen allen einsichtig war.

Dies änderte sich im Grunde erst in den letzten Jahrzehnten: Die europaweite Vernetzung der Wirtschaftsmärkte erforderte genormte und klassifizierbare Früchte; das Obst der Streuobstwiesen konnte diese Anforderungen nicht erfüllen. Und so wurde der Obstanbau von der extensiven Obstwiese zu intensivem Anbau weniger Sorten umgewandelt - wo vor kurzem noch alte Hochstämme mit viel Liebe und Handarbeit gepflegt wurden, entstanden kurzstämmige Plantagen, die effektiver bearbeitet werden konnten - allerdings nur noch unter Einsatz von Pestiziden...!

Diese Umwandlung wurde massiv mit EU-Rodungsprämien vorangetrieben und so verschwanden nicht nur ungezählte Hektar alter Obstwiesen in Deutschland, sondern auch von den ehemals über tausend bekannten, oft lokal angepassten Sorten verblieb nur noch eine handvoll, die Sie dafür EU-weit in nahezu allen Supermärkten mit gleichbleibender Qualität erstehen können.

obsternte
Streuobst - nicht sortenrein und schon gar nicht EU-konform...
Ökologische Bedeutung

Wenn sich der NABU und etliche andere Organisationen bundesweit für die Wiederanpflanzung traditioneller Obstwiesen einsetzen, so geschieht das nicht nur, weil man die seit Römerzeiten ständig weiterentwickelte züchterische Vielfalt des Obstes erhalten möchte - auch der ökologische Wert von Streuobstbeständen ist ganz enorm:

  • Bis zu 4.000 Tierarten wurden schon auf einem einzigen alten Obstbaum notiert!
  • In und auf der Rinde leben unzählige Kleintiere - vor allem eine unübersehbare Insektenvielfalt.
  • Die extensiv genutzte Wiese unter den Bäumen bietet Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, die ansonsten in unserer intensiv bearbeiteten Landschaft kaum noch Überlebenschancen haben.
  • In der Krone nutzen nicht nur Kleintiere Blattwerk, Rinde, Früchte oder Totholzanteile - zahlreiche Vögel und Insekten brauchen ausgehöhlte Stammbereiche als Nistplatz, vom Blattwerk werden Insekten gepickt (biologische Schädlingsregulierung) Gartenschläfer und Fledermäuse finden in Obstbaumhöhlen einen ruhigen und geräumigen Lebensort.
  • Manche Arten sind geradezu auf Obstwiesen spezialisiert - Steinkauz und Wendehals sind Vorzeigearten, was die enge Bindung an diesen seit gut 2.000 Jahren in Deutschland existierenden vom Menschen geschaffenen Lebensraum angeht. Beide sind in unserer Region inzwischen als sehr selten einzustufen...

Neben diesen biologischen Werten zeigt der extensive Obstanbau mit hochstämmigen Sorten eine beispielhafte Möglichkeit auf, wie ökologische Werte mit der Nutzung der Fläche einhergehen können, sogar voneinander abhängen. Denn dauerhaft werden sich solche Obstwiesen in größerem Maße nur halten lassen, wenn die Früchte auch - wie bis in die 70er Jahre üblich - vermarktet werden können. Doch irgendwann werden sich die Verbraucher an den gängigen fünf glattpolierten Apfelsorten im Supermarkt sattgesehen haben - probieren Sie sich doch auch mal durch das traditionelle Sortiment...!

obstwiese wehnen
Vom Acker zur Obstwiese: Neuanpflanzung auf der NABU Obstwiese in Wehnen bei Oldenburg
Aktiv für Obstwiesen

Der NABU ist im Oldenburger Land an mehreren Orten mit Obstwiesen-Projekten vertreten. Beispielhaft möchten wir hier nennen:

  • Neue Obstwiese in Wehnen (bei Oldenburg): Auf etwa 2 ha stehen mittlerweile fast 150 Hochstämme, vor allem Äpfel aber auch Birnen, Kirschen und Zwetschen. Traditionelle und lokale Sorten müssen Sie hier nicht lange suchen - die meisten Bäume wurden in den letzten 15 Jahren durch persönliche Baumpaten gestiftet und gepflanzt. Randlich wurden durch den örtlichen Hegering 1.000 Wildsträucher zu einer Hecke aufgepflanzt, die zukünftig die Obstbäume vor kaltem Wind schützen und zahlreichen Tieren aus der Umgebung Unterschlupf bieten wird.
  • Alte Obstwiese in Wehnen (in Oldenburg): Über 60 Jahre alte "Veteranen" erhalten hier seit einigen Jahren wieder Pflege - der NABU hat eine ehemalige Hoffläche (0,3 ha) übernommen und kümmert sich um diesen alten Bestand.
  • Naturgarten Marschweg (in Oldenburg): Die "Umweltstiftung Weser-Ems" hat dem NABU Oldenburg eine etwa 2.000 qm große Gartenfläche für Jugend- und Kindergruppenarbeit zur Verfügung gestellt. Neben einem Naturteich, Beerensträuchern und einem Kräutergarten finden sich hier auch ein gutes Dutzend alter Obstbäume, die über Jahrzehnte vernachlässigt wurden. Die NABU-Jugendgruppe versucht zusammen mit der Oldenburger Obstwiesen-Gruppe, diese Bäume wieder in Pflege zu nehmen und inzwischen wurde der alte Bestand auch mit Neuanpflanzungen verjüngt.
    obstwiese wehnen
    Alter Apfel auf der Obstwiese am Bahndamm in Oldenburg
  • Obst aus den 30er Jahren (in Oldenburg): Auf 4 ha stehen knorrige Obstbäume aus den 30er Jahren. Einer der ältesten Obstwiesenbestände Oldenburgs ist in städtischer Hand. Seit dem Herbst 2013 wird die Obstwiese mit etwa 200 Altbäumen durch die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Oldenburg instand gesetzt, Neupflanzungen und eine umfassende Entwicklungspflege werden durchgeführt. Nach Abschluss der Maßnahmen durch die Untere Naturschutzbehörde wird die NABU-Stiftung Oldenburgisches Naturerbe die Obstbaumwiese zur Pflege und Nutzung übernehmen.
  • Obstwiesen in den Dammer Bergen: Im Bereich des Naturschutz-Zentrums Damme wurden bereits mehrere Obstwiesen neu angelegt - zum Beispiel im Bexaddetal wurde dies mit der extensiven Nutzung eines ganzen Talbereiches gekoppelt (Gemeinschaftsprojekt des NABU mit der Stadt Damme und dem Lkr. Vechta); hier können Sie sogar rückgezüchtete Auerochsen bewundern...

Beratung

Wenn Sie Fragen zu Obstsorten, Pflanzzeitpunkten, Baumschulen etc. haben - wenden Sie sich einfach an unserer Geschäftsstelle; wir werden versuchen, Ihnen weiterzuhelfen! Unsere Öffnungszeiten sind: Mo-Do von 15.00-17.00 Uhr.

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Impressum
NABU-Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
Tel: 0441-25600 - Fax: 0441-2488761 - mail@nabu-oldenburg.de
Öffnungszeiten: Mo - Do, 15.00 - 17.00 Uhr
Gestaltung + Technik: ziesmer@nabu-oldenburg.de