Donnerstag, 25.6.2026
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Wer knabbert denn da an der Nessel?
NABU ruft auf: „Raupen entdecken & melden“

Oldenburg, Oldenburger Land, d. 8.6.2026:
Bei Brennnesseln denken die meisten Menschen an Unkraut und juckende Quaddeln auf der Haut. Deshalb ist diese Pflanze nicht sonderlich beliebt und wird so aus vielen Gärten verbannt. „Das ist jedoch sehr bedauerlich, denn die Brennnessel ist für viele Schmetterlingsraupen eine wichtige Futterpflanze“, sagt Mario Göwert, Leiter der NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land. „Über dreißig der bei uns heimischen Falterarten sind auf sie angewiesen.“

Deshalb haben der NABU und NABU|naturgucker die Mitmachaktion „Raupen entdecken & melden“ ins Leben gerufen. Dazu Göwert: „Wie sich die Raupenbestände an den geliebten Brennnesseln entwickeln, ist bisher nicht ausreichend erfasst worden. Darum ist es für uns wichtig, dass viele Menschen bei der Meldeaktion mitmachen. Unsere Idee ist es, dass mit Hilfe der Bevölkerung ein flächendeckendes Monitoring noch fehlende Daten liefert. So können wir Veränderungen im Artenspektrum erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.“
Das ist allerdings nicht nur für Falter wie Admiral, Tagpfauenauge, Landkärtchen, C-Falter und Kleiner Fuchs wichtig, sondern hilft zudem vielen anderen Arten. Denn Schmetterlinge gelten als Bio-Indikatoren, die frühzeitig auf negative Veränderungen der Umwelt- und Lebensbedingungen hinweisen können. Deshalb ist es wichtig, dass viele Menschen regelmäßig Beobachtungen melden.

Die Brennnessel ist für einige Schmetterlingsarten sogar die einzige Nahrungspflanze. So beispielsweise für den wunderschönen Admiral. Von der Eiablage über die Verpuppung bis hin zum Schlupf des fertigen Falters - alles findet an dieser speziellen Pflanze statt! Das zeigt noch mal im Detail, wie komplex und sensibel unsere Natur ist und wie sich die Arten im Rahmen der Evolution in Abhängigkeit voneinander entwickelt haben.
„Mit dem Verschwinden der natürlichen und naturnahen Lebensräume und deren Pflanzenvielfalt gehen die Insekten- und im Besonderen die Schmetterlingsbestände seit Jahren zurück. Selbst bislang häufige Arten wie der Kleine Fuchs nehmen regional stark ab. Deshalb ist ein naturnaher Garten mit wilden Ecken, wo Brennnesseln wachsen dürfen, und generell vielen verschiedenen heimischen Pflanzen so wichtig“, appelliert Göwert. „Die Belohnung dafür sind viel Schmetterlinge.“

Und so geht das Mitmachen: Wer draußen unterwegs oder im Garten ist, sollte sich Brennnesseln ganz genau anschauen. Im Sommer können die Pflanzen zum Raupen-Hotspot werden. Wer eine Raupe findet, sollte sie fotografieren. Welche ist es und welcher Falter wird es einmal? Mit dem www.insektentrainer.de kann man das im Zweifelsfall herausfinden. Dann die Art mit Foto bis zum 8. Juli melden unter www.NABU.de/raupen-melden.

Wer sich aktiv in den Schutz von Faltern einbringen möchte, ist beim NABU Oldenburger Land, ihm Rahmen der bereits 2008 gegründet Fachgruppe „Schmetterlinge“, richtig aufgehoben. Kontakt: mail@nabu-oldenburg.de oder 0441-25600.




Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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