Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
NABU: Osterfeuer werden oftmals zur tödlichen Falle für Wildtiere Mitten in der Brut- und Setzzeit stellen brennende Holzhaufen eine Gefahr darOldenburg, Oldenburger Land, d. 2.4.2026: Geselliges Beisammensein und knisternde Flammen locken am Ostersonntag wieder tausende Besucherinnen und Besucher zu den Osterfeuern. Was für Menschen ein wohliger Brauch ist, kann für zahlreiche Wildtiere jedoch zur tödlichen Gefahr werden. Der NABU Niedersachsen mahnt deshalb zu besonderer Vorsicht und fordert ein Umdenken im Umgang mit dieser Tradition.
Gerade jetzt beginnt in der Natur eine besonders empfindliche Phase. Viele Tiere haben bereits mit der Brut begonnen oder bringen ihre Jungen zur Welt. Reisig- und Holzhaufen, die oft schon Wochen vor Ostern aufgeschichtet werden, wirken auf Kleinsäuger, Vögel, Amphibien und Reptilien wie sichere Verstecke. Sie bieten Schutz vor Wind und Wetter und werden oftmals als Nist- oder Rückzugsort genutzt.
„Viele Vogelarten wie die Amsel haben bereits jetzt mit dem Brutgeschäft begonnen. Totholzhaufen sind dabei besonders wichtige Lebensräume und bieten gute Nistmöglichkeiten. Fatal ist jedoch, dass Tiere einen normalen Totholzhaufen nicht von einem Osterfeuer unterscheiden können. Vögel, aber auch Amphibien und Säuger wie Hasen und Igel und deren Nachwuchs haben dann oftmals keine Chance zu entkommen und verbrennen elendig“, erklärt Mario Göwert, Leiter der NABU-Regionalgeschäftsstelle in Oldenburg.
Der NABU Niedersachsen beobachtet zudem, dass vielerorts wieder verstärkt Osterfeuer angekündigt und teilweise als große Veranstaltungen beworben werden. Immer größere Holzstapel und immer mehr Besucherinnen und Besucher erhöhen jedoch auch die Belastung für Natur und Umwelt. Neben der direkten Gefahr für Tiere entstehen durch die Feuer erhebliche Mengen an Feinstaub und Schadstoffen.
„Gerade in einer Zeit, die vom Klimawandel und Artensterben geprägt ist, sollten wir sehr genau überlegen, ob solche Veranstaltungen noch zeitgemäß sind“, sagt Göwert.
Der NABU Niedersachsen empfiehlt daher, auf große Osterfeuer möglichst zu verzichten und stattdessen naturfreundliche Alternativen zu wählen. Kleine Feuerschalen, gemeinsames Grillen oder andere Formen des Beisammenseins können ebenfalls für eine festliche Atmosphäre sorgen und so die Tradition bewahren, ohne dabei Lebensräume zu zerstören.
Wenn ein Osterfeuer dennoch stattfinden soll, rät der NABU Niedersachsen dringend dazu, das Holz erst kurz vor dem Abbrennen aufzuschichten. Bereits vorbereitete Haufen sollten vor dem Anzünden sorgfältig umgesetzt werden, damit Tiere fliehen können. „Ein schönes Osterfest braucht kein großes Feuer“, betont Göwert. „Wichtig ist das gemeinsame Erlebnis. Die Natur sollte dabei nicht die Leidtragende sein.“
Fragen zum Thema Brut- und Setzzeit können an die NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15 in 26122 Oldenburg gerichtet werden. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter 0441-25600.
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Für Rückfragen:
Mario Göwert, NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg, mario.goewert@nabu-niedersachsen.de, Tel. 0441 25600
Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
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