Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
Achtung: Kröten, Frösche und Molche wandern jetzt! NABU bittet um erhöhte Rücksichtnahme beim Autofahren Oldenburg, Oldenburger Land, d. 20.2.2026: An diesem Wochenende erwartet uns frühlingshaftes Wetter und somit der Beginn der Amphibienwanderung. Wenn die Temperaturen auf fünf Grad oder mehr steigen, erwachen Kröten, Molche und die ersten Frösche aus der Winterstarre. Vielerorts wurden bereits jetzt Amphibienzäune entlang viel befahrener Straßen von Ehrenamtlichen des NABU oder anderer Naturschutzorganisationen errichtet, um sie vor dem sicheren Tod zu bewahren.
„Wir bitten alle Personen, die in der Dämmerung oder nachts mit dem Auto unterwegs sind, äußerst aufmerksam zu fahren und auf Kröten und andere Amphibien zu achten. Vor allem bei Regen und
feuchter Witterung sind Amphibien verstärkt am Wandern“, ruft Mario Göwert, Leiter der NABU-Regionalgeschäftsstelle in Oldenburg, zur Mithilfe auf. „Die Krötenweibchen tragen bereits jetzt ihren Nachwuchs in Form von Laichschnüren in sich, Frösche hingegen bilden Laichballen aus. Eine einzige Krötenlaichschnur kann 2000 bis 4000 Eier beinhalten. Bei dieser Zahl lässt sich leicht vorstellen, wie dramatisch der Tod auch nur eines einzigen Weibchens für den Fortbestand der Population sein kann“, erklärt Göwert.
Die an den sogenannten Krötenzäunen eingesammelten Amphibien werden aber nicht nur einfach auf der anderen Straßenseite wieder freigelassen. Vielerorts werden zudem die unterschiedlichen Arten von ehrenamtlichen Helfern bestimmt und zahlenmäßig erfasst. Die über viele Jahre an den Amphibienzäunen gesammelten Daten geben wertvolle Hinweise über deren Bestandsentwicklung und können so zu ihrem Schutz beitragen. Verschiedene Faktoren machen es den Amphibien zunehmend besonders schwer. Neben der Trockenheit der vergangenen Jahre leiden sie unter dem Insektensterben sowie unter Umweltgiften, die sie direkt über ihre Haut aufnehmen.
„Aber auch die schwindenden Lebensräume sind maßgeblich für den starken Rückgang vieler Amphibien verantwortlich. So sind mittlerweile auch bei den bislang noch häufigeren Arten, wie der Erdkröte und dem Grasfrosch, deutliche Bestandsrückgänge bis hin zu vollständigen Einbrüchen von Populationen zu verzeichnen“, bedauert Göwert.
Da das Sammeln von Funddaten von großer Wichtigkeit ist, hat der NABU Niedersachsen das Internetportal „HerpetoMap“ ins Leben gerufen, gefördert von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. In dem Portal werden Funddaten ausschließlich von ehrenamtlichen Amphibien- und Reptilien-Experten gesammelt, weshalb diese Daten auch überaus verlässlich sind. Sowohl Behörden, aber auch die interessierte Öffentlichkeit kann sich auf www.herpetomap.de über die Verbreitung unserer Amphibien und Reptilien in Niedersachsen informieren. Wer sich mit der Bestimmung von Amphibien- und Reptilienarten auskennt, kann sich für einen Zugang zur HerpetoMap bei Ralf Berkhan vom NABU Landesverband Niedersachsen bewerben. Aber auch nicht fachkundige Personen können helfen: Einfach eindeutige Fotos von entdeckten Amphibien oder Reptilien machen und mit Angabe des genauen Standorts und der Erlaubnis der Veröffentlichung in der HerpetoMap an die Projektleitung unter ralf.berkhan@NABU-Niedersachsen.de senden.
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FÜR DIE PRESSE:
Aktuelles zur Amphibienwanderung:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/aktion-kroetenwanderung/index.html
Artenporträts:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/amphibien/artenportraets/
Öffentliche Rasterkarte der HerpetoMap:
https://herpetomap.de/web/guest/auswertung
Hinweise an die Redaktion
Für Rückfragen:
Mario Göwert, NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg, mario.goewert@nabu-niedersachsen.de, Tel. 0441 25600
Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
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