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Fledermäuse nutzen auch Kaminholzstapel als Winterquartier – NABU gibt VerhaltenstippsOldenburg, Oldenburger Land, d. 2.12.2025: Viele heimische Fledermausarten halten derzeit bereits Winterschlaf und sind dabei auf ungestörte, geschützte Quartiere angewiesen. Je nach Art unterscheiden sich die Anforderungen an geeignete Überwinterungsorte deutlich. Während zahlreiche Waldarten wie das Braune Langohr, die Fransen- und die Große Bartfledermaus bevorzugt in Höhlen, Stollen, Bunkern oder Kellern überwintern, suchen spaltenbewohnende Arten wie Zwerg- und Breitflügelfledermaus häufiger oberirdische Verstecke an Gebäuden auf.
Immer häufiger zeigt sich, dass zunehmend Kaminholzstapel als Winterquartier genutzt werden, was vermutlich auch der energetischen Sanierung an Gebäuden geschuldet ist. Vor allem Rauhaut- und Breitflügelfledermäuse wurden dort bereits mehrfach gefunden. Die engen Zwischenräume zwischen den Scheiten bieten den Tieren optimalen Schutz vor Kälte, Feuchtigkeit, Licht und Fressfeinden.
Dies kann jedoch dazu führen, dass Fledermäuse unbemerkt mit ins Haus gebracht werden. Wacht ein Tier im warmen Raum aus dem Winterschlaf auf und flattert umher, sollten Fenster geöffnet werden, damit es selbstständig ausfliegen kann. Vom Einfangen mit bloßen Händen rät der NABU ausdrücklich ab. Fledermäuse dürfen nur mit Schutzhandschuhen berührt werden; im Zweifel sollten die NABU-Hotline oder regionale Fledermausbetreuer*innen kontaktiert werden.
Eine Störung des Winterschlafs ist für Fledermäuse mit erheblichen Energieverlusten verbunden, kann jedoch durch umsichtiges Verhalten vermindert werden. Der NABU empfiehlt daher, Brennholz vor dem Verfeuern sorgfältig auf versteckte Tiere zu kontrollieren. Da Arten wie die Rauhautfledermaus mit fünf bis sechs Zentimetern sehr klein sind, werden sie leicht übersehen. So passiert es schon mal, dass die Tiere Quetschungen und Brüche erleiden.
Erst letzte Woche wurde wieder ein solches Tier in einem Holzstapel entdeckt, es war zum Glück unverletzt. Dazu Ruth Mässing von der NABU-Fledermaus-Fachgruppe in Oldenburg: „Wir erhielten eine Meldung aus dem Stadtgebiet Oldenburg, dass beim Umschichten eines Brennholzstapels eine Fledermaus gefunden wurde, die sich bereits im Winterschlaf befand. Bei dem Tier handelte es sich um eine Rauhautfledermaus, eine typische Art für einen solchen Fundort. In diesen Fällen ist es ratsam das Tier vorsichtig mit einem Handtuch in eine geschlossene Box zu setzen und kühl aufzubewahren, da die Tiere in der Kälte nicht mehr flugfähig sind und auf Verletzungen kontrolliert werden sollten. Im Anschluss muss unverzüglich eine fledermausbeauftragte Person hinzugezogen werden, damit die Fledermaus untersucht und in ein geeignetes Ersatzüberwinterungsquartier gebracht werden kann.“ Beim NABU Oldenburg erreicht man diese unter 0441-25600 oder unter 0172-5311887.
Wichtig zu wissen ist, dass das Umsetzen von Tieren in einfache handelsübliche Fledermauskästen in der Regel keinen geeigneten Ersatz für ein Winterquartier darstellt, da diese nicht ausreichend isoliert sind und zu große Einflugöffnungen besitzen.
Wer sich zum Thema Fledermäusen persönlich informieren möchte oder sich sogar aktiv beim Schutz dieser seltenen Tiere einbringen möchte, ist in der NABU-Bezirksgeschäftsstelle Oldenburger Land am Schlosswall 15 in 26122 Oldenburg herzlich willkommen. Neben einer Fledermaus-Fachgruppe gibt es dort Fledermauskästen in verschiedenen Größen sowie entsprechende Broschüren. Die Geschäftsstelle ist von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr geöffnet oder auch nach persönlicher Terminvereinbarung unter 0441-25600 oder per Mail: mail@nabu-oldenburg.de.
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Mario Göwert, NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg, mario.goewert@nabu-niedersachsen.de, Tel. 0441 25600
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Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
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