Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
NABU rät: Gartenarbeiten besser ohne Laubsauger Laub lockt Igel und Vögel anOldenburg, Oldenburger Land, d. 5.11.2025: Die ökologischen Schäden die motorisierte Laubsauger anrichten sind relativ hoch. Tausendfach werden Kleinstlebewesen zusammen mit dem Laub aufgesaugt. Der Luftsog beträgt dabei bis zu 160 km/h, mit einem Volumen von bis zu zehntausend Liter pro Minute. Vor allem Käfer, Spinnen, Tausendfüßler, Asseln und Nachtfalter geraten in den Saugstrom, aber auch Amphibien und kleine Wirbeltiere. Bei Laubsauggeräten mit Häckselfunktion werden diese dann meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. Laubsauger mit Verbrennungsmotor stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus.
„Deshalb ist es wichtig auf diese Geräte zu verzichten und zu Besen und Rechen zu greifen", rät Mario Göwert, Leiter der Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land. „Für die Fauna und Flora ist es am besten, wenn das Laub liegen gelassen wird oder zumindest unter Bäumen und Hecken wieder ausgebracht wird. Durch das Laub wird die Feuchtigkeit im Boden gehalten, Mikroorganismen können sich dadurch ansiedeln und es entsteht so eine deutlich bessere Bodengare. Die Folge ist, dass das Pflanzenwachstum dadurch deutlich gesteigert wird und bedingt durch die erhöhte Bodenvitalität sind die Gehölze zudem resistenter gegen Pilzerkrankungen und Läuse“, so Göwert.
Unter dem Laub überwintern aber auch zahlreiche Kleinstlebewesen, welche für viele heimische Vogelarten in der eisigen Jahreszeit eine lebenswichtige Futterquelle darstellen. Auch Gelbhals- und Waldmäuse, Eichhörnchen und Spitzmäuse, sowie zahlreiche andere Kleinsäuger finden unter dem Laub überlebenswichtiges Futter. Und die Belohnung für die natürliche Unordnung im eigenen Garten ist meistens ein Igel. Denn diese überwintern in Laub- und Reisighaufen und nicht selten bekommen sie im folgenden Sommer genau dort auch ihren Nachwuchs.
Wer sich zu den Themen naturnaher Garten oder Winterfütterung informieren möchte, ist in der NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land herzlich willkommen. Die Geschäftsstelle ist von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr geöffnet sowie nach persönlicher Terminvereinbarung unter 0441-25600 oder per Mail: mail@nabu-oldenburg.de. Die NABU Regionalgeschäftsstelle findet man am Schlosswall 15 in 26122 Oldenburg, direkt neben dem Schlauen Haus.
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