Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
NABU: Guck mal, wer da summt - jetzt auch in Niedersachsen Der NABU Niedersachsen ruft zur Meldung von Hornissen aufOldenburg, Oldenburger Land, d. 29.8.2025: Nur wenige Naturfreunde haben sie bislang gesehen – die Asiatische Hornisse! Sie ist auf dem Vormarsch und macht inzwischen auch in Niedersachsen deutlich auf sich aufmerksam. Nach Erkenntnissen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) haben die Meldungen zur Sichtung dieser Art deutlich zugenommen. Während es 2023 nur vereinzelte Meldungen gab, waren es 2024 in Niedersachsen bereits über hundert. In der Nähe von Hatten wurde im Sommer 2024 das erste Nest dieser Art in der Region Oldenburger Land entdeckt.
Bei der asiatischen Hornisse handelt es sich um eine invasive Art, gegen deren Ausbreitung gerade Managementmaßnahmen ergriffen werden. Zu diesen Maßnahmen gehört auch die Beteiligung der Öffentlichkeit zur Meldung von Vorkommen dieser Art. Das Ziel ist, mehr über die Verbreitung und Ökologie dieser Art herauszufinden, zum anderen soll der Schutz der heimischen Europäischen Hornisse gestärkt werden. Dazu Mario Göwert, Leiter der NABU Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land: „Durch die Meldungen sollen Erkenntnisse hinsichtlich der Lebensweise der Asiatische Hornisse gewonnen werden. Wir müssen herausfinden, ob sie für das heimische Ökosystem verträglich oder schadhaft ist. Mit Hilfe der gewonnen Erkenntnisse wird entschieden, ob man dieser Art zukünftig entgegenwirken wird oder nicht.“ Der NABU ruft deshalb dazu auf, Sichtungen von Hornissen und Nestern mit Fotobeleg zu melden, entweder unter www.NABU.de/Hornissen-melden.html oder bei NABU|naturgucker. „Ganz wichtig: Nester dürfen nicht eigenhändig entfernt oder zerstört werden! Der Entscheid hierfür liegt grundsätzlich bei den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und Städte, die zudem auch beratend tätig sind“, so Göwert.
Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist besonders geschützt – wird jedoch häufig mit der Asiatische Hornisse (Vespa velutina) verwechselt. Die heimische Hornisse ist ökologisch äußerst wertvoll, da sie die Bestände von Fliegen, Bremsen, Mücken, Wespen und vielen anderen Insekten kontrolliert, zudem übernimmt sie auch Aufgaben in der Bestäubung von verschiedenen Pflanzenarten. Auch wenn die Asiatische Hornisse ähnlich friedlich und bestäubungsleistend ist wie die heimische Art, bereitet ihre Ausbreitung Fachleuten doch zunehmend Sorgen, da sie größere Völker bildet und hat nur wenige natürliche Feinde hat. Übrigens: Bei Hornissen ist die Volksstärke gegen Ende August bis Anfang September am höchsten! Zum Herbst hin stirbt das Volk allmählich und nur die neuen Königinnen überwintern an einem geschütztem Platz, um im Folgejahr einen eigenen Staat zu bilden.
Wer sich zum Thema Hautflügler persönlich informieren möchte oder sich sogar aktiv beim Schutz dieser seltenen Tiere einbringen möchte, ist in der NABU-Bezirksgeschäftsstelle Oldenburger Land herzlich willkommen. Die Geschäftsstelle ist von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr geöffnet oder auch nach persönlicher Terminvereinbarung unter 0441-25600 oder per Mail: mail@nabu-oldenburg.de. Für alle Interessierten hält der NABU ein Infopaket bereit, bestehend aus der umfangreichen Bauplansammlung für Insekten und der Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen“. Es kann angefordert werden gegen Einsendung von 5 Euro beim NABU Oldenburg, Schlosswall 15 in 26122 Oldenburg , Stichwort „Insekten“,
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Hinweise an die Redaktion
Für Rückfragen:
Mario Göwert, NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg, mario.goewert@nabu-niedersachsen.de, Tel. 0441 25600
Hinweis zum Abdruck von NABU-Fotos:
Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land gestattet den einmaligen Abdruck der gesendeten Fotos im Kontext der besprochenen, NABU-bezogenen Berichterstattung. Voraussetzung ist die Nennung des Fotografen/der Fotografin wie mitgeteilt. Bei nicht autorisierter weiterer Verwendung bzw. bei besprochener Verwendung, jedoch ohne Nennung des Fotografen/der Fotografin, behält sich der NABU das Recht vor, ein der Veröffentlichung angemessenes Honorar nachzufordern. Der Weiterverkauf des gelieferten Bildmaterials an Dritte ist nicht gestattet.
Weitere Infos und Meldeformular: www.NABU.de/Hornissen-melden.html
Pressebilder: www.NABU.de/Pressebilder_Hornissen
Zusatzinformationen:
Europäische Hornissen (Vespa crabro) können überall in Deutschland beobachtet werden. Sie sind tag- und nachtaktiv, wohingegen Asiatische Hornissen (Vespa velutina) nur tagsüber zu sehen sind. Europäische Hornissen nisten in wettergeschützten Hohlräumen wie Baumhöhlen, Nistkästen, Dachböden oder Rollladenkästen. Asiatische Hornissen kommen bisher vor allem im Westen und Süden Deutschlands vor. Sie bauen im Frühjahr ihr erstes, kleineres Nest ebenfalls häufig an Orten wie Dachböden, das zweite, größere Sommernest wird meist im Freien gebaut, beispielsweise in Baumkronen, oft in über zehn Metern Höhe. Alle Hornissen lieben Baumsäfte, Nektar, Fallobst, Honigtau, als Nahrung für ihre Larven jagen sie zudem andere Insekten.
Europäische Hornissen sind durchschnittlich etwas größer als Asiatische Hornissen. Sie unterscheiden sich außerdem in der Farbgebung und Musterung.
Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Oldenburger Land e.V., Schlosswall 15, 26122 Oldenburg Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
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