Dienstag, 23.7.2024
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NABU: Igel bereiten sich jetzt auf ihren Winterschlaf vor
So wird der eigene Garten zum Igel-Revier !

Oldenburg, Oldenburger Land , d. 13.10.2023:
Junge Igel tagsüber im Garten – Was tun?
„Gerade jetzt ist das keine Seltenheit. Schließlich bringen Igel noch bis Ende September Junge zur Welt. Der Nachwuchs von Igeln kann bei den milden Temperaturen sogar noch im Dezember unterwegs sein um sich für den langen Winterschlaf ein Speckpolster anzufressen“, weiß Mario Göwert, Bezirksgeschäftsstellenleiter vom NABU Oldenburger Land. „Manchmal läuft ein Igel auch tagsüber umher, wenn er durch Gartenarbeiten aus seinem Versteck aufgescheucht wurde. Oft trauen sich die Igel dann nicht wieder sofort zurück in ihre Behausung und kehren erst später heim“, so Göwert.

Der Speiseplan des Igels :
Igel haben ein Nahrungsspektrum, das so gut wie ausschließlich aus tierischem Eiweiß besteht: „Auf ihrem Speiseplan stehen Regenwürmer, Käfer, Spinnen, Raupen, Schnecken und andere Kleintiere, aber gelegentlich auch Eier bodenbrütender Vogelarten“, erklärt Göwert. Er fährt fort: „Der Garten sollte also so gestaltet sein, dass sich Insekten wohl fühlen. Denn nur so findet der Igel ausreichend Nahrung. Mit einem stets kurz gemähten Rasen, versiegelten Flächen, immergrünen Pflanzen und ausgekratzten Beeten kann der Igel nichts anfangen. Stattdessen ist Vielfalt im Garten angesagt!“

Die Paarungszeit des Igels :
Schon im Juni beginnt die Paarungszeit, die bis in den August hinein andauern kann. Nur in dieser Zeit lebt der Igel nicht als Einzelgänger. 35 Tage nach der Paarung bringt das Igelweibchen an einer geschützten Stelle, beispielsweise ein Totholzhaufen oder Laubhaufen, 2 bis 6 Junge zur Welt. Die Kleinen wiegen dann 12 bis 25 Gramm und die zunächst weißen Stacheln der Neugeborenen sind bei der Geburt noch ganz weich. Nach etwa 25 Tagen beginnen sie erstmals die Nestumgebung zu erkunden, bevor sie dann nach weiteren 6 Wochen selbstständig werden. In der Folge fressen sich die kleinen Igel bis zum Spätherbst ein Gewicht von 500 bis 700g an, während dieser Zeit trifft man sie dann auch am Tage an. Alte Igel wiegen im Spätherbst sogar 800 bis 1500g.

Igel im Winterschlaf :
Wenn die Temperaturen zum Winter hin durchgehend unter 8 Grad Celsius fallen, suchen Igel ihr Winterquartier auf, wo sie in den Energiesparmodus wechseln und in den Winterschlaf gehen, der sich in der Regel von November bis Mitte April erstreckt, teilweise aber auch bis in den Mai hineinzieht. Der Puls fällt dann von 200 auf unglaubliche 2 bis 12 Schläge pro Minute ab. „Nur durchschnittlich 65% bis 70% der jungen Igel erreichen im Übrigen das zweite Lebensjahr. Dies ist nicht nur dem Straßenverkehr und anderen menschlichen Einflüssen geschuldet, sondern zudem der Natur selbst. Denn auch genetisch schwache Tiere sind darin enthalten und das sollte man bei der Entscheidung einer Igelaufnahme im Spätherbst immer bedenken! Für eine gesunde Igelpopulation ist es wichtig, dass sich schwache Tiere nicht vermehren, das würde der Art dauerhaft schaden. Wer den stacheligen Säugetieren wirklich helfen möchte, der sollte sich um einen naturnahen Garten mit viel Laub bemühen, in dem die Igel Unterschlüpfe und natürliche Nahrung finden. Das Revier eines Igels kann dabei mehrere tausend Quadratmeter groß sein !“, erklärt Göwert.

Wie Sie dem Igel helfen können :
Kaum ein Tier ist bei uns so bekannt und beliebt wie dieser putzige kleine Stachelritter und viele Menschen sind bereit ihm zu helfen. Aber wie? „Eigentlich ganz einfach“,weiß Göwert und berichtet weiter: „Unordnung im Garten und ein wenig mehr Aufmerksamkeit im Bezug auf Gefahrenquellen reichen oftmals schon aus. So sollten Gartenbesitzer darauf achten, dass Laub- und Reisighaufen von Oktober bis Anfang Mai nicht entnommen werden, da diese beliebte Winterquartiere der Igel sind. Wenn noch Hecken mit laubbedeckten Böden vorhanden sind – sodass der Igel Nahrung finden kann – dann ist schon einiges getan, aber leider noch nicht alles!“

Göwert weiter: „Denn es gibt auch viele hausgemachte Probleme. So werden beispielsweise immer wieder schwer verletzte Tiere gefunden, die in der Nacht einem Mähroboter zum Opfer fielen. Auch undurchdringliche Zäune und ungesicherte Kellerschächte sind für den Igel ein großes Problem, ebenso wie der Einsatz von Pestiziden. Das Gute ist, dass diese Dinge leicht behoben werden können.Wenn man dann noch die Augen im Straßenverkehr offen hält, hat man das Meiste zum Schutz des Igels getan.“

Für alle Igelfreunde hält der NABU Oldenburger Land e.V. ein Info-Paket bereit: Es besteht aus der Bauplansammlung für Nisthilfen, wozu auch eine Igelburg zählt, und der Farbbroschüre des NABU zur Lebensweise, Gefährdung und Schutz des Igels. Das Paket kann angefordert werden gegen Einsendung eines 5-Euro-Scheins beim NABU Oldenburger Land e.V., Schlosswall 15, 26122 Oldenburg, Stichwort „Igel“.


Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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