Freitag, 18.6.2021
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Jungvögel nicht unnötig aufnehmen
NABU warnt vor Übereifer

Oldenburg, d. 19.5.2021:
Trotz der immer noch kalten Witterung haben die ersten Singvögel ihre Frühjahrsbrut bereits aufgezogen. Die ersten Jungtiere machen sich gerade auf, ihre neue Welt zu erkunden. Der Naturschutzbund NABU bittet dringlichst darum, keine vermeintlich verlassenen Jungtiere aufzunehmen.

"Oft scheinen kleine Amseln und Meisen vollkommen verlassen und hilflos zu sein," weiß NABU-Biologe Bernd Ziesmer zu berichten. "Aber das ist fast immer eine Täuschung. Sie werden von ihren Eltern versorgt und diese Versorgung darf auf keinen Fall unterbrochen werden!" Teilweise noch nicht flugfähig werden die jungen Vögel am Boden, später dann auch auf Ästen von den Eltern gefüttert. Die Jungen verhalten sich dabei meist sehr ruhig, um nicht entdeckt zu werden. Erst wenn sie den Ruf eines Elterntieres hören, geben sie Antwort, sie halten "Stimmfühlung".

"Dabei verteilen sich Geschwistertiere manchmal sogar mit Absicht in einem größeren Areal, um das Risiko der Entdeckung zu mindern," so Ziesmer weiter. "Die Eltern müssen also zur Versorgung von Ort zu Ort wechseln und kommen dann nur in einem längeren Turnus bei jedem Einzeltier vorbei." Wenn die Jungen schon kräftiger sind, kann das durchaus mal bis zu zwei Stunden oder länger dauern, berichtet der NABU. "Lediglich bei offensichtlich kranken, verlassenen oder verletzten Tieren ist es erlaubt und sinnvoll, die Jungen aufzunehmen und einem Tierarzt oder einer Wildtierpflegestation zuzuführen. Aber das ist wirklich nur sehr selten der Fall," berichtet Bernd Ziesmer aus langjähriger Erfahrung. "Der beste Schutz für Jungvögel ist ein naturnaher Garten, der Deckung und Verstecke unter Sträuchern oder in höherem Gras- oder Staudenbewuchs bietet! Hier finden die Eltern auch genügend Insekten, die den meisten Jungvögeln als einzige Nahrung gebracht werden."

Presserechtlich verantwortlich: Bernd Ziesmer, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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