Sonntag, 26.7.2026
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NABU gibt Tipps zu überhitzten Brutplätzen und Wasserstellen
Große Not durch Hitze: Mauersegler springen aus den Nestern, junge Fledermäuse krabbeln aus den Quartieren

Oldenburg, Oldenburger Land, d. 24.6.2026:
Die anhaltend hohen Temperaturen und die Trockenheit setzen heimischen Wildtieren zunehmend zu. Viele Vogelarten, Igel, Eichhörnchen und zahlreiche Insekten leiden derzeit unter Wassermangel und Überhitzung. Mit einfachen Maßnahmen können Garten- und Balkonbesitzende jedoch wichtige Hilfe leisten.

Wasserstellen und Tränken im Garten und auf dem Balkon
„Wildtiere finden in ausgeräumten Landschaften und Siedlungsbereichen immer weniger natürliche Wasserquellen, wie etwa Teiche. Gerade in längeren Hitze- und Trockenphasen sind sie deshalb auf unsere Unterstützung angewiesen“, sagt Mario Göwert, Leiter der Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land. „Eine Wasserstelle im Garten oder auf dem Balkon kann an heißen Sommertagen überlebenswichtig sein – nicht nur für Vögel, sondern auch für Säugetiere wie Igel und Eichhörnchen sowie für Insekten.“ Idealerweise befindet sich die Tränke an einem gut einsehbaren Ort mit Büschen oder Bäumen in der Nähe, die bei Gefahr Schutz bieten. Gleichzeitig sollte ausreichend Abstand zum Gebüsch bestehen, damit Katzen nicht unbemerkt auf die Lauer gehen können. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Sauberkeit von Wasserstellen. Gerade bei hohen Außentemperaturen können sich Krankheitserreger – wie das Usutu-Virus – schnell vermehren und für Vögel lebensgefährlich werden. Deshalb sollte das Wasser täglich gewechselt und die Tränke regelmäßig mit einer Bürste und kochendem Wasser gereinigt werden. Dafür eignen sich spezielle Vogeltränken ebenso wie flache Schüsseln oder Untersetzer. Empfehlenswert ist ein rauer Boden, der den Tieren sicheren Halt bietet, mit einer variablen Wassertiefe zwischen 2,5 und 10 Zentimetern, damit sowohl kleine als auch größere Vogelarten problemlos trinken und baden können. Zudem sollte jede Wasserstelle mit einem Ast, Stein oder Holzstück ausgestattet sein. Das bietet Vögeln Halt und ermöglicht Insekten, Mäusen und anderen Kleintieren, sich vor dem Ertrinken zu retten“, so Mario Göwert.

Überhitzte Brutplätze bei gebäudebewohnenden Arten
Gebäudebewohnende Vogelarten, die unter Dächern oder an Hausfassaden brüten, sind im Sommer oft extremer Hitze ausgesetzt. Die Temperaturen in den Bruthöhlen können dabei so stark ansteigen, dass Jungvögel in ihrer Not vorzeitig aus dem Nest springen. Besonders betroffen sind Mauersegler, Haussperlinge und Mehlschwalben. Dazu erklärt Göwert: „Am häufigsten werden uns junge Mauersegler gemeldet, die unter ihren Nestern liegen. Doch nicht nur Vögel leiden unter den hohen Temperaturen. Auch Fledermäuse geraten zunehmend in Schwierigkeiten. So gingen in den vergangenen Tagen beim NABU Oldenburg Meldungen ein, wonach Jungtiere von Zwergfledermäusen unter sogenannten Wochenstuben – den Kinderstuben der Fledermäuse – gefunden wurden. Die Tiere waren vermutlich aufgrund der großen Hitze aus ihren Quartieren gekrabbelt. Wer junge am Boden liegende Mauersegler oder Fledermäuse entdeckt, kann Hilfe beim NABU Oldenburg anfordern, unter 0441-25600 oder mail@nabu-oldenburg.de. Doch es gibt Mittel und Wege, um zu verhindern, dass die Hitze die Brutplätze zur lebensbedrohlichen Falle macht. So ist es wichtig, dass große Bäume nach Möglichkeit nicht gefällt werden. Sie können bei hohen Temperaturen für ein erträgliches Mikroklima entscheidend sein, insbesondere in versiegelten städtischen Bereichen. Wer Nisthilfen oder Quartiere für Vögel und Fledermäuse am Haus anbringt, sollte unbedingt darauf achten, dass diese nicht ganztägig von der Sonne beschienen werden“, so Göwert.

Verschiedene Strukturen und heimische Pflanzen im Garten
Der eigene Garten sollte möglichst ökologisch sinnvoll gestaltet werden, insbesondere zur Unterstützung der weiterhin stark schwindenden Insektenarten, wie die der Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer. Dazu eignen sich Steinmauern, Totholzhaufen, heimische Hecken und Wildstauden. Sie sorgen für schattige Lebensräume, die kühle Unterschlüpfe, natürliche Futterquellen und Versteckmöglichkeiten bieten und so ein Überleben bei großer Hitze erleichtern. „Jeder Quadratmeter zählt – ob Balkon, Terrasse oder Garten –, um in Zeiten zunehmender Trockenheit neue Oasen für die Natur zu schaffen“, motiviert Göwert.

Informationen zum Thema „naturnahes Gärtnern“ oder „Wildtierhilfe“ erhält man beim NABU Oldenburger Land. Dort besteht zudem die Möglichkeit, sich aktiv in der Arbeitsgemeinschaft „Naturgarten“ oder in der Fachgruppe „Klimaschutz“ einzubringen. Der NABU bietet Beratung und Informationen rund um naturnahe Gärten sowie verschiedene Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement an. Die NABU-Geschäftsstelle am Schlosswall 15 in 26122 Oldenburg ist montags bis donnerstags von 15 bis 17 Uhr sowie nach persönlicher Terminvereinbarung geöffnet. Kontakt: Telefon 0441 25600, E-Mail: mail@nabu-oldenburg.de.

Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Regionalgeschaeftsstelle Oldenburger Land, goewert[at]nabu-oldenburg.de, Tel 0441-25600, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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