Donnerstag, 18.10.2018
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Libellen auf der Spur

Projekt: Projektvorstellung - Seminare - Kartierungs-App - Kartierung - Projektflächen
Libellen: Artengruppen - Entwicklung - Lebensräume - Gefährdung

 

Nicht alle Arten brauchen natürliche Moorgewässer - sogar im Gartenteich fühlen sich Libellen wohl...
Lebensräume für Libellen

In Deutschland sind 81 Libellenarten heimisch, 76 davon auch in Norddeutschland. Allen gemeinsam ist, dass sie zur Eiablage und Entwicklung der Larven an Gewässer gebunden sind. Einige Libellen sind hinsichtlich ihrer Lebensräume nicht sehr wählerisch. Sie sind an fast allen Gewässertypen anzutreffen - sei es ein zugewachsener Tümpel, ein Graben, ein großer See oder ein Fließgewässer. Es gibt jedoch auch eine große Anzahl spezialisierter Arten, die sich nur in ganz bestimmten Gewässertypen entwickeln können. So leben manche Libellen beispielsweise als Larven nur in sauberen, sandigen Bächen, andere nur in Quellgewässern oder Mooren. Manche Arten benötigen ganz bestimmte Pflanzen, um ihre Eier an Ihnen abzulegen.

So vielgestaltig die unterschiedlichen Gewässertypen sind, so vielgestaltig sind auch die dort anzutreffenden Libellenarten und ihre Besonderheiten. Auf Grund der verschiedenen Ansprüche der Libellen an ihren Lebensraum bedeutet Libellenschutz vor allem Lebensraumschutz. Im folgenden sollen einige typische Lebensräume für die bei uns heimischen Libellen skizziert werden.

Perfekter Ansitz - Gewässer ohne Ansitz- oder Ablagemöglichkeiten für die Eier nützen Libellen nichts...
Libellenschutz am Gartenteich:

Wer einen Gartenteich hat, kann leicht zum Schutz der Libellen beitragen, muss beim Anlegen des Teiches aber auf einige Dinge achten. Ein libellenfreundlicher Gartenteich…

  • ist fischfrei (denn Fische fressen Libellenlarven)
  • ist von der Sonne beschienen (Libellen benötigen Wärme)
  • ist mit Wasser- und Uferpflanzen bestückt (zur Eiablage, als Ansitz, zum Schlüpfen)
  • sollte nicht austrocknen (zur Entwicklung mehrjähriger Larvenstadien); Ausnahme: wer möchte, kann gerade in engeren Gärten einen flachen Teich anlegen, der sowohl im Hochsommer austrocknet als auch im Winter durchfriert - in solchen Flachteichen können Libellenarten, die sich innerhalb einiger Wochen fertig entwickeln ohne Gefährdung durch "Räuber" leben. Denn diese sind in der Regel mehrjährig und können in solchen Gewässern nicht überleben.

Je naturnäher der Garten selbst ist, desto besser! Denn Blüten locken Insekten an, die wiederum den Libellen als Nahrung dienen. Als Landlebensraum für die erwachsenen Libellen ist ein Naturgarten eine wunderbare Ergänzung zum Libellenteich.

An naturnahen Gartenteichen sind meist häufig vorkommende Libellenarten zu erwarten, die nicht so wählerisch hinsichtlich ihres Lebensraumes sind:

  • Hufeisen-Azurjungfer
  • Große Pechlibelle
  • Frühe Adonislibelle
  • Blaugrüne Mosaikjungfer
  • Plattbauch
  • Gemeine Heidelibelle
  • aber auch diese Arten lohnt es zu schützen!!!

Reichlich Vegetation mit senkrechten Röhrichthalmen - das bringt Leben in den Gartenteich...
Sinnvolle Pflegemaßnahmen für den Gartenteich:

  • Bei starker Vermehrung von Algen, diese mit Hilfe eines Keschers aus dem Teich entfernen. Aber nicht gleich entsorgen, sondern einen Tag am Ufer liegen lassen, damit Libellenlarven und andere Wasserbewohner die Chance haben wieder in den Teich zu wandern.
  • Damit der Teich nicht unnötig mit Nährstoffen angereichert wird, sollten hineingefallene Blätter möglichst wieder herausgefischt werden.
  • Die im Herbst abgestorbenen Blätter und Stängel der Wasserpflanzen sollten jedoch bis zum Frühjahr im Teich belassen werden, denn darin könnten Libellen und andere Insekten ihre Eier abgelegt haben!
  • Chemie, Filteranlagen, Umwälzpumpen und Springbrunnen gehören nicht in einen naturnahen Gartenteich, sie sind nur schädlich für die Wasserbewohner.

Frühe Adonislibellen bei der Paarung - Röhricht und andere Pflanzenstängel sind wichtig für Paarung und Eiablage...
Libellenschutz an Stillgewässern in der Landschaft:

Stillgewässer vom Wiesentümpel bis hin zu großen Seen bilden vielfältige und natürliche Lebensräume für viele Libellenarten. Bei der Neuanlage eines Libellengewässers in der Landschaft sollte einiges beachtet werden:

  • Die Wahl eines sonnigen Standortes
  • Ausreichend Platz um das Gewässer für einen Pufferstreifen von mindestens 10 m zu bewirtschafteten Flächen und Wegrändern
  • Lange Uferlinien mit vielen Buchten
  • Entsprechende Tiefe, damit das Gewässer im Winter nicht durchfriert und die Libellenlarven den Winter überstehen
  • Ausgeprägte Flachwasserzone am Uferbereich
  • Anlage einer Röhrichtzone, sowie einer Schwimm- und Tauchblattzone für Eiablage, Larven und Schlupf; aber auch freie Wasserflächen
  • Wenn angebracht, Einbringen von der Krebsschere für die grüne Mosaikjungfer
  • Kein Fischbesatz, denn Fische fressen Libellen und deren Larven
  • Auch das Umfeld der Gewässer sollte möglichst naturnah sein, also Heckensäume, Wälder und blütenreiche Wiesen oder Brachen aufweisen.
Sinnvolle Pflegemaßnahmen:
  • Zurückschneiden von starkem Baumwuchs direkt am Ufer, um die Beschattung des Ufers zu verhindern
  • Entbuschung und Entkrautung zugewachsener Tümpel und Teiche
  • Verlandung entgegenwirken
  • Belastung von Gewässern durch Schad- oder Nährstoffe aus der Landwirtschaft (z. B. Dünger, Pestizide) muss für die Libellen so gering wie möglich gehalten werden

Gebänderte Prachtlibelle an Pfeilkraut - hier an einem mittelgroßen Fließgewässer (Hunte)
Libellenschutz an Fließgewässern:

Es gibt wesentlch mehr an Stillgewässer gebundene Libellenarten als an Fließgewässer gebundene. Doch einige Arten brauchen genau das. Der größte Teil der natürlichen Fließgewässer in Deutschland ist durch Begradigung, Ausräumung, Verbauung und Nährstoffeinträge mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Entscheidend für die Bedeutung eines Fließgewässers als Libellenlebensraum sind hier die Wasserqualität und die Strukturvielfalt.

Manche Arten fühlen sich auch gerade an künstlichen Gräben wohl, wenn diese entsprechende Wasser- und Ufervegetaion aufweisen und nicht zu intensiv geräumt und gemäht werden.

Folgende Maßnahmen tragen grundsätzlich zu einer Verbesserung des Libellenlebensraums an Fließgewässern bei:

  • Weniger Dünger/Gülle in der Umgebung ausbringen
  • Anlegen eines Pufferstreifen von 5 m Breite zu bewirtschafteten Flächen und Wegen
  • Mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Bachufer an Stellen mit starker Beschattung teilweise auslichten
  • Entkrautung des Gewässers, wenn das Wasser großflächig überwachsen und der Abfluss erschwert ist
  • Belassen von Totholz im Bach oder Fluss
  • Einbringen und Verankern von Baumstämmen und großen Steinen zur Neubildung von Sandbänken in sonnigen Flussabschnitten
  • Bei Gräben alternierende einseitige Mahd, so dass der Lebensraum der Libellen nie ganz zerstört wird; ebenso nur partielle Räumung der Wasservegetation

Die blaugrüne Mosaikjungfer kann durchaus im eigenen naturnahen Garten gesehen werden
Landlebensräume der Libellen:

Libellen bewohnen zwei Lebensräume: Als Larve leben sie im Wasser, die fliegende Libelle ist die landbewohnende Form. Auch wenn man Libellen häufig an Gewässern antrifft, halten sie sich nicht nur dort auf. Von manchen Arten sind vor allem die Männchen an Gewässern zu beobachten, aber auch diese halten sich nicht ständig dort auf. Viele Weibchen hingegen kommen nur zur Paarung und Eiablage an die Gewässer. Daher ist es wichtig auch die Landlebensräume der Libellen zu schützen.

Ein idealer Landlebensraum...

  • ist offen oder halboffen
  • ist gut besonnt bis zur Kraut- oder Bodenschicht
  • ist windgeschützt
  • ist strukturreich, mit Wildkräutern und -stauden, mit hochstehendem Gras, aber auch mit kahlen Stellen, mit Totzholz und Steinen sowie Büschen und Bäumen
  • wird extensiv oder gar nicht genutzt
  • ist reich an Blüten und Insekten

Hilfe zur Libellenhilfe:

Dies ist als eine Sammlung von allgemeinen Tipps zur Verbesserung oder Schaffung von Lebensräumen für Libellen zu verstehen, die jedeR in seinem persönlichen Umfeld umsetzen kann. Um aber besondere Arten zu fördern, muss immer gesehen werden, welche konkreten Anforderungen die Tiere an ihren Lebensraum stellen. Wer unspezifisch Libellen helfen möchte, kann sich in dieser Liste frei bedienen, denn auch jede einzelne Maßnahme ist ein Plus für die Libellen - es muss nicht immer gleich die Neuanlage eines perfekten Libellengewässers sein.

Zu weiterer Hilfe einfach mit uns Kontakt aufnehmen - wir bieten sogar finanzielle Unterstützung zur Anlage oder Verbesserung eines Gewässers an!

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