Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
NABU: Erdüberlastungstag in Deutschland bereits am 10. Mai Deutschlands Ressourcenverbrauch würde fast drei Erden erfordern – NABU fordert konsequente Schritte für Klima, Natur und nachhaltiges WirtschaftenOldenburg, Oldenburger Land, d. 8.5.2026: Am 10. Mai ist in diesem Jahr der Erdüberlastungstag („Earth Overshoot Day“) für Deutschland gewesen. Das bedeutet: Würden alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften wie wir in Deutschland, wären die natürlichen Ressourcen, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann, bereits an diesem Tag verbraucht. Deutschland erreicht diesen Wert damit fast drei Monate früher als der weltweite Durchschnitt. Der Tag markiert den Zeitpunkt, ab dem wir global betrachtet auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Würden alle Menschen weltweit so leben wie hierzulande, wären dafür fast 3 Erden notwendig.
Dazu Mario Göwert, Leiter der NABU-Regionalgeschäftsstelle in Oldenburg: „Das der Erdüberlastungstag, berechnet für Deutschland, in diesem Jahr bereits auf Anfang Mai fällt zeigt deutlich, wie schonungs- und rücksichtslos wir mit den vorhandenen Ressourcen umgehen, und das nicht nur auf Kosten künftiger Generationen, sondern schon jetzt auf Kosten von Klima und Natur. Während die Berechnung des weltweiten Erdüberlastungstags erst in Ende Juli fällt, lebt Deutschland schon ab Anfang Mai über seine öko-logischen Verhältnisse. Dadurch, dass wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen immer weiter aufbrauchen, beschleunigen wir zudem das Artensterben und die Klimakatastrophe erheblich. Die Überlastung zentraler Ökosysteme wie Moore, Wälder, Wiesen und Gewässer ist Fakt und deren Fähigkeit, Belastungen aufzufangen, nimmt immer weiter ab und beschleunigt sich zusehends.“
Entscheidend ist eine deutliche Senkung des absoluten Ressourcenverbrauchs. Zentrale Handlungsfelder sind eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik, eine naturverträgliche Landwirtschaft und Ernährung sowie eine konsequente Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig sind der Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen entscheidend, etwa durch mehr Flächenschutz, weniger Versiegelung sowie die Renaturierung der Wälder und insbesondere unserer Moore, da Niedersachsen das moorreichste Bundesland Deutschlands darstellt. Der Umgang mit natürlichen Ressourcen muss erheblich naturverträglicher werden, um die sinkende Resilienz der Ökosysteme zu stabilisieren. Ein nachhaltiges Leben ist nicht Verzicht, sondern Voraussetzung für Lebensqualität, Gerechtigkeit und eine sichere Zukunft.
Wer sich aktiv in den Klima-, Natur- und Artenschutz einbringen möchte, hat die Möglichkeit dazu beim NABU Oldenburger Land. In den Landkreisen Friesland, Wesermarsch, Ammerland, Oldenburg, Cloppenburg und Vechta gibt es insgesamt 40 aktive NABU-Gruppen, naturinteressierte Personen sind immer herzlich eingeladen an den Gruppentreffen teilzunehmen. In der Stadt Oldenburg gibt es zudem mehrere Fach- und Arbeitsgruppen mit den Themenfeldern: Klimaschutz, naturnaher Garten, Ornithologie, Schmetterlinge, Fledermäuse und Artenschutz am Gebäude. Weitere Informationen sind in der Geschäftsstelle des NABU in Oldenburger am Schlosswall 15 erhältlich, in der Zeit von Montag bis Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr oder nach Vereinbarung. Kontakt: mail@nabu-oldenburg.de oder 0441-25600.
Hintergrund
Der Erdüberlastungstag wird jährlich vom Global Footprint Network berechnet. Für einzelne Länder zeigt er, an welchem Datum der globale Erdüberlastungstag läge, wenn die gesamte Weltbevölkerung so leben und wirtschaften würde wie die Bevölkerung des jeweiligen Landes. Der Tag macht deutlich, wann die Nachfrage nach natürlichen Res-sourcen die Fähigkeit der Erde übersteigt, diese im selben Zeitraum zu erneuern.
Presserechtlich verantwortlich: Mario Goewert, NABU Regionalgeschäftsstelle Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg Pressedienst NABU Oldenburg aktuell - archiv
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