Freitag, 17.7.2026
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NABU: Countdown für den Mauersegler beginnt
Der NABU Bezirksverband Oldenburger Land fordert mehr Rücksicht auf geschützte Arten bei Gebäudesanierungen

Oldenburg, Oldenburger Land, d. 5.3.2026:
In rund zwei Monaten kehrt der Mauersegler aus seinen Winterquartieren in Westafrika nach Niedersachsen zurück. Der NABU Bezirksverband Oldenburger Land e.V. beginnt daher schon jetzt mit den Vorbereitungen für die Saison, um dem faszinierenden Flugkünstler rechtzeitig zu begegnen. Wie in den vergangenen Jahren sind in der Stadt Oldenburg wieder verschiedene Maßnahmen geplant, die von Ehrenamtlichen des Naturschutzverbands umgesetzt werden. Dazu gehören Aktionstage zum Anbringen von Nistkästen, zum Beringen von Vögeln sowie Beratungen für Eigentümer privater und öffentlicher Gebäude.

Der Mauersegler gilt als Inbegriff des beginnenden Sommers. Wenn er mit seinen schrillen „srriiiiiiii“ Rufen durch Straßenschluchten jagt, ist die warme Jahreszeit endgültig angekommen. Kaum ein anderer Vogel ist so konsequent an das Leben in der Luft angepasst. Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben im Flug. Sie schlafen in der Luft, paaren sich dort und sammeln sogar ihr Nistmaterial wie Halme, Haare oder Federn im Flug. Gebrütet wird traditionell an Gebäuden, hinter Dachziegeln, in Nischen oder unter Verschalungen.

Doch genau diese Plätze werden durch moderne Bauweisen immer seltener. Energetische Sanierungen, neue Dämmungen und perfekt abgedichtete Fassaden verschließen die letzten Schlupflöcher. „Wir sehen Jahr für Jahr den enormen Druck und die Not der Mauersegler, Brutplätze zu finden. Besonders tragisch ist, dass mit einer Sanierung oft gleich mehrere Nester verloren gehen, denn Mauersegler brüten selten allein“, erklärt Manuela Voßkuhl, Mitglied der Fachgruppe „Artenschutz am Gebäude“ des NABU Oldenburger Landes.

Der Verband ruft deshalb Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, Unternehmen und Kommunen dazu auf, bautechnische Klimaschutzmaßnahmen besser auf geschützte Arten am Gebäude abzustimmen. Mit der Einhaltung bestimmter Bauzeiten und dem Anbringen spezieller Nistkästen kann man auch als Privatperson viel für den Artenschutz erreichen. Passende Nistkästen sind bei den Naturschutzverbänden erhältlich oder können mit etwas handwerklichem Geschick selbst gebaut werden. Geeignet sind Häuser, Hallen oder Scheunen mit einer Anbringungshöhe von mindestens sechs Metern. Bewährt hat sich die Montage mehrerer Kästen nebeneinander, da Mauersegler Koloniebrüter sind.

Wer selbst aktiv werden möchte oder eine Sanierung plant, bei der bereits Mauersegler am Gebäude brüten, erhält beim NABU Oldenburger Land kostenlose Erstberatung. Darüber hinaus kann beim Landesverband NABU Niedersachsen ein umfangreiches Informationspaket bestellt werden. Es enthält das Mauersegler Baubuch des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern sowie eine umfassende Bauplansammlung für Nisthilfen. Das Paket kann gegen Einsendung von fünf Euro beim NABU Niedersachsen angefordert werden, Stichwort „Mauersegler“, Alleestraße 36, 30167 Hannover.

Mit abgestimmter Bauplanung und jedem zusätzlichen Nistkasten wächst die Chance, dass auch in diesem Sommer wieder zahlreiche der schnellen Flieger über die Oldenburger Innenstadt jagen. Bis Ende August bleiben sie bei uns, bevor sie sich erneut auf die weite Reise nach Afrika begeben. Einzelne Mauersegler können übrigens bis zu 20 Jahre alt werden und kehren jedes Jahr an ihre angestammten Brutplätze zurück.

Presserechtlich verantwortlich: Bernd Ziesmer, NABU Bezirksverband Oldenburger Land e.V., Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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