Sonntag, 23.1.2022
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NABU: Zwischenbilanz zur „Stunde der Wintervögel“
Hohe Teilnahme im Oldenburger Land – Haussperling führt

Oldenburger Land, d. 12.1.2022:
Bei der „Stunde der Wintervögel“, die am langen Wochenende vom 6. bis 9. Januar stattfand, haben inzwischen mehr als 146.000 Menschen bundesweit ihre Vogelsichtungen dem NABU und seinem bayerischen Partner, dem LBV, gemeldet. Von über 103.000 Beobachtungspunkten, wie Gärten, Parks und Balkonen, wurden in ganz Deutschland inzwischen über 3,7 Millionen Vögel gesichtet. Diese Zahlen werden noch deutlich steigen, denn bis zum 17. Januar können Vogelfreundinnen und -freunde noch nachmelden.

„Zunächst ist festzustellen, dass auch beim zwölften Lauf dieser beliebten Vogelzähl-Aktion wieder ein Anstieg der Teilnehmendenzahlen im Oldenburger Land festzustellen ist“, freut sich Oliver Kraatz von der Oldenburger NABU-Geschäftsstelle. „Wir hoffen, dass das vorjährige Ergebnis sogar noch übertroffen wird, als sich mehr als 3.100 Vogelinteressierte zwischen Wangerooge und Dümmer beteiligten. Immer mehr Menschen begeistern sich für die Natur und möchten Artenkenntnis erlangen.“

Im Oldenburger Land wie auch in Niedersachsen steht der Haussperling auf dem obersten Platz des Zwischenbilanz-Siegertreppchens. Auffällig ist hierbei, dass „der Spatz“ in ländlichen Regionen deutlich häufiger gemeldet wird als in städtischen, wo ihm Amsel und Kohlmeise oft den Rang ablaufen. „Die bauliche Verdichtung in den Städten, der Verlust von Gärten und Freiflächen, machen sich hier sehr bemerkbar. Und da Sperlinge Hecken und dichte Sträucher sowie samentragende Stauden und Gräser brauchen, wird er dort zur Rarität, während er in Ortsrandlagen und auf dem Land oft in großer Anzahl aus den Hecken tschilpt“, schildert der NABU-Mitarbeiter eine langjährige Entwicklung, die auch in anderen europäischen Ländern, wie Großbritannien, zu beobachten ist.

„Die nächsten Plätze im Oldenburger Land werden von Kohlmeise, Amsel und Blaumeise eingenommen. Der Amselbestand scheint sich nach den schweren Einbrüchen der letzten Jahre, bei denen zahlreiche Amseln dem Usutu-Virus zum Opfer fielen, erholt zu haben“, zeigt sich Kraatz optimistisch, „und sie ist eine sehr anpassungsfähige Art.“
Insgesamt haben die Niedersachsen bereits mehr als 100 Vogelarten bei der diesjährigen Aktion gemeldet, darunter auch Arten wie die Mönchsgrasmücke, die offenbar infolge des Klimawandels immer öfter ihr Zugverhalten aufgibt und in unseren Breiten bleibt.

„Wir sind sehr gespannt, welche Meldungen uns bis zum kommenden Montag noch erreichen werden, denn diese vielen Daten geben, gerade auch im Vergleich der Jahre, Aufschluss über Entwicklungen von Vogelbeständen im Siedlungsraum und die Qualität ihrer Lebensräume – und, das ist der äußerst willkommene Nebeneffekt, es beschäftigen sich Menschen mit der Vogelwelt und erkennen, was im Naturschutz im Kleinen und Großen getan werden kann und muss“, unterstreicht der NABU-Mitarbeiter den hohen Wert dieser wiederkehrenden Mitmachaktion.


Die „Stunde der Wintervögel“ fand bereits zum zwölften Mal statt. Beobachtungen können noch bis 17. Januar gemeldet werden: per App unter www.NABU.de/vogelwelt, unter www.stundederwintervoegel.de oder unter www.NABU.de/onlinemeldung.

Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de
Ergebnisse im Detail: www.NABU.de/sdw-ergebnisse
Pressebilder: www.NABU.de/pressebilder_stundederwintervoegel

Die nächste Vogelzählung findet vom 13. bis 15. Mai mit der „Stunde der Gartenvögel“ statt.

Presserechtlich verantwortlich: Oliver Kraatz, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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