Freitag, 23.7.2021
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NABU: Erneut hohe Beteiligung bei der „Stunde der Gartenvögel“
Über 1.800 Teilnehmer aus dem Oldenburger Land melden mehr Vögel pro Garten

Oldenburger Land, d. 2.6.2021:
Das Endergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ beeindruckt erneut mit einer hohen Teilnahmezahl: mehr als 1.800 Vogelfreunde haben im Oldenburger Land vom 13. bis 16. Mai an der großen wissenschaftlichen Mitmachaktion von NABU und LBV teilgenommen und aus über 1.300 Gärten und Parks Vögel gemeldet. In Niedersachsen haben sich mehr als 15.500 Menschen beteiligt, bundesweit wurden über 3,1 Millionen Vögel von über 140.000 Vogelbegeisterten gezählt.

„Die Rekord-Teilnahme während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr konnte zwar nicht erreicht werden, dennoch zeigt sich auch dieses Jahr ein hohes Interesse der Menschen an der natürlichen Vielfalt vor ihrer Haustür“, freut sich Oliver Kraatz, NABU-Bezirksgeschäftsführer im Oldenburger Land.

Die Vogelschutzexperten des NABU haben die Rohdaten der Zählung nun analysiert und statistische Korrekturen vorgenommen. Bundesweit konnten pro Garten knapp 33 Vögel von 11,4 unterschiedlichen Arten entdeckt werden. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, in dem mit nur gut 30 Vögeln der bisher niedrigste Wert ermittelt wurde. Im Oldenburger Land wurden durchschnittlich über 35 Vögel pro Garten beobachtet, im Vorjahr waren es nur 31 Individuen pro Garten. Insgesamt erweist sich der Vogelbestand in Deutschlands Dörfern und Städten seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005 als weitgehend stabil. Dennoch gibt es unter den 66 am häufigsten beobachteten Arten ein leichtes Übergewicht deutlich abnehmender Arten: 20 Arten mit sinkenden Beständen stehen 16 Arten mit zunehmenden und 30 Arten mit stabilen Zahlen gegenüber. Unter den größten Verlierern finden sich mit Mauersegler, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Grauschnäpper auffallend viele Fluginsektenjäger. Mit Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Zilpzalp, Kuckuck, Nachtigall und Klappergrasmücke sind weitere ausschließlich von Insekten lebende Vogelarten dabei. Langfristig deutliche Zunahmen zeigen dagegen einige Vegetarier, darunter Ringeltauben, Stieglitz, Gimpel und Kernbeißer.

Oliver Kraatz dazu: „Nicht umsonst rufen wir regelmäßig dazu auf, den eigenen Garten möglichst naturnah zu gestalten, damit sich Insekten dort wohlfühlen und Gartenvögel ausreichend Nahrung vorfinden. Es empfiehlt sich, heimische Laubgehölze zu pflanzen, Ecken mit Wildpflanzen anzulegen und selbstverständlich auf Umweltgifte zu verzichten.“

Wie auch in den vergangenen Jahren, liegen auf den ersten drei Plätzen in Niedersachsen und im Oldenburger Land Haussperling, Amsel und Kohlmeise, gefolgt von Star und Blaumeise auf den Plätzen vier und fünf.

Letztere konnte sich im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Art durch das Bakterium Suttonella ornithocola Verluste verzeichnen musste, wieder erholen.
„Selbst in den Landkreisen Ammerland und Cloppenburg, in denen im letzten Jahr größere Verluste bei Blaumeisen zu verzeichnen waren, konnten in diesem Jahr mit einem Plus von 21 % bzw. 11 % deutlich mehr Blaumeisen beobachtet werden“, führt Kraatz an.

Der erstmals öffentlich gewählte Vogel des Jahres, das Rotkehlchen, fliegt landes- und bundesweit auf Platz neun und erzielt damit – möglicherweise kraft Amtsbonus – seine bisher beste Platzierung. Die Top Fünf bundesweit ist identisch mit den Platzierungen in Niedersachsen.


Detaillierte Ergebnisse sind auf Bundes-, Landes- und Landkreisebene auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar.

Die nächste Mitmachaktion des NABU läuft schon vom 4. bis 13. Juni: Dann werden beim „Insektensommer“ wieder Sechsbeiner gezählt und gemeldet. Weitere Informationen zur Aktion unter www.insektensommer.de.



Hinweise an die Redaktionen
Informationen zur Aktion: www.stundedergartenvoegel.de
Ergebnisse im Einzelnen und nach Bundesländern: www.NABU.de/gartenvoegel-auswertung
Pressebilder und Grafiken zum Druck: www.nabu.de/sdg-medieninfos
Grafik und Tipps für den Vogelgarten zur Brutzeit: www.NABU.de/sommervoegel

Presserechtlich verantwortlich: Oliver Kraatz, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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