Sonntag, 19.9.2021
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NABU fördert Artenvielfalt im Grünland
Projekt "Bunte Wiesen" im Oldenburger Land/Letzte Pflanzaktion der Saison bei Bad Zwischenahn

Oldenburg, Bad Zwischenahn, d. 26.11.2020:
Während der Naturschutzbund NABU in Niedersachsen in der letzten Zeit vor allem mit dem Volksbegehren „Artenvielfalt Jetzt!“, dessen Forderungen inzwischen in den „Niedersächsischen Weg“ eingegangen sind, in der Öffentlichkeit stand, wird gleichzeitig auch ganz praktisch in unterschiedlichsten Projekten am Erhalt und der Entwicklung der Artenvielfalt in Niedersachsen weiter gearbeitet. So auch im Projekt „Bunte Wiesen“, das der NABU Oldenburger Land durchführt.

„Gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung arbeiten wir über drei Jahre daran, die Artenzusammensetzung auf unseren eigenen Grünlandflächen zu verbessern,“ berichtet Projektleiter Bernd Ziesmer. Denn der NABU hält im Oldenburger Land etliche Hektar Grünland in seinen Händen. Das sind zum Beispiel extensiv genutzte Mähwiesen, Moorwiesen, Feuchtgrünland in Vogelschutzgebieten und Obstwiesen, die auch als Mähwiesen genutzt werden.

„Gemeinsam ist diesen Flächen, dass es sich um ökologisch wertvolles Grünland handelt, das von uns naturschonend genutzt wird,“ so Ziesmer. „Und wir sehen uns als Naturschutzverband in der Verantwortung, diese Flächen aus naturschutzfachlicher Sicht positiv weiter zu entwickeln.“ Denn extensiv genutztes Grünland ist gerade im Nordwesten ein ausgesprochen wichtiger Faktor für den Artenschutz. Es ist immer seltener zu finden und gerade hier stellen sich Pflanzenarten ein, die auf intensiv genutzten Flächen keinen Lebensraum mehr finden. Diese Arten sind wiederum die Grundlage, um dem erschreckenden Insektenschwund in der Landschaft entgegenzuwirken.

Im Frühjahr wurden vereinzelt Neuansaaten mit regional erzeugtem Wildpflanzen-Saatgut ausgebracht. „Aber um das bereits vorhandene Grünland zu schonen, pflanzen wir in vielen Fällen vorgezogene Pflanzen direkt in die Flächen,“ berichtet Bernd Ziesmer. „So ist es gar nicht nötig, die vorhandene Vegetation vorab zu entfernen. Auch diese Pflanzen wurden natürlich aus Regio-Saat vorgezogen.“

Heute fand die letzte Pflanzaktion dieses Jahres bei Ekern, in der Nähe von Bad Zwischenahn statt. „Hier hat der NABU kürzlich fast drei Hektar gepachtet, die auch einen geschützten Landschaftsbestandteil enthalten,“ freut sich Ralf Strewe vom NABU Bad Zwischenahn. „Wir freuen uns darauf, dieses Gelände in den kommenden Jahren weiter zu entwickeln und hier ganz konkret etwas für den Naturschutz und die Artenvielfalt zu tun!“

Ehrenamtlicher Helfer brachten nun viele kleine Pflanzen in die Erde. „Sumpfschafgarben, Taubenkropf-Leimkraut und Wiesenmargerite beispielsweise sind auf intensiv bearbeiteten Grünlandflächen kaum zu finden,“ sagt NABU-Biologe Bernd Ziesmer. „Hier sollen sie wieder einen Lebensraum finden und sich ausbreiten können. Damit wir der Ausbreitung auch mit gutem Gewissen zusehen können, arbeiten wir ausschließlich mit Saatgut, das in unserer Region gesammelt und produziert wurde – wir arbeiten also nur mit Pflanzen, die auch hierher gehören!“

Nach der Winterruhe wird es im kommenden Frühjahr weitergehen und wie bisher werden dabei auch Flächen in anderen Landkreisen im Fokus stehen. „Bislang haben wir im Rahmen des Projektes bereits im Ammerland, der Wesermarsch und in den Landkreisen Oldenburg und Vechta gearbeitet,“ berichtet Ziesmer. „neben Aussaaten und Anpflanzungen experimentieren wir auch mit Mähgut- und Plaggenübertragungen; wir richten uns jeweils nach den Gegebenheiten vor Ort.“

Weitere Informationen zum Projekt: www.nabu-oldenburg.org

Presserechtlich verantwortlich: Bernd Ziesmer, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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