Donnerstag, 17.1.2019
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NABU fördert Artenvielfalt im Grünland
Verantwortung für Flächen im Oldenburger Land/Erste Maßnahmen schon umgesetzt

Oldenburg, d. 11.12.2018:
Der Naturschutzbund NABU entwickelt in seinem Projekt „Bunte Wiesen“ im Oldenburger Land den Artenreichtum von Grünlandflächen. „Gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung arbeiten wir über drei Jahre konkret daran, die Artenzusammensetzung auf unseren eigenen Grünlandflächen zu verbessern und erste Aktionen wurden bereits in dieser Sommersaison durchgeführt,“ berichtet Projektleiter Bernd Ziesmer. Der NABU hält im Oldenburger Land etliche Hektar Grünland in seinen Händen. Das sind zum Beispiel extensiv genutzte Mähwiesen, Moorwiesen, Feuchtgrünland in Vogelschutzgebieten und Obstwiesen, die auch als Mähwiesen genutzt werden.

„Ob diese Flächen nun in unserem Eigentum stehen oder dauerhaft durch den NABU gepachtet sind - gemeinsam ist ihnen, dass es sich um ökologisch wertvolles Grünland handelt, das von uns naturschonend genutzt wird,“ so Ziesmer. „Wir sehen uns als Naturschutzverband in der Verantwortung, diese Flächen aus naturschutzfachlicher Sicht positiv weiter zu entwickeln.“ Denn Grünland ist gerade im Nordwesten ein sehr wichtiger Faktor für den Artenschutz. Mesophiles Grünland ist immer seltener zu finden und gerade hier stellen sich Pflanzenarten ein, die auf intensiv genutzten Flächen oftmals keinen Lebensraum mehr finden. Diese Arten sind wiederum die Grundlage, um dem erschreckenden großflächigen Insektenschwund entgegenzuwirken.

Der NABU arbeitet in seinem Projekt „Bunte Wiesen“ mit unterschiedlichsten Methoden. So werden regionaltypische Artenmischungen oder auch einzelne Arten an geeigneten Standorten ausgesät. Teilweise werden diese Pflanzen aber auch vorgezogen und mit der Hand eingepflanzt. „Bei Mähwiesen auf Moor wie etwa in Loyermoor bei Rastede wollen wir den Torf nicht offenlegen; hier ist das direkte Einpflanzen von Kuckuckslichtnelken und Wiesenschaumkraut schonender“, so Ziesmer. „Bei Dinklage und in Wehnen haben wir in diesem Sommer Mähgutübertragungen unternommen; zur Reifezeit der Blumensamen wurde auf artenreichen Flächen gemäht und dieses Mähgut dann auf benachbarten Empfängerflächen ausgebracht, um die Arten zu übersiedeln.“ Sogar Schubkarren voller ausgestochener Placken wurden vom NABU beladen, um kleine Inseln mit vollständigen Artengesellschaften in benachbarte Flächen umzusiedeln. Das Projekt hat also durchaus auch experimentellen Charakter.

„Jede Fläche stellt ihre eigenen Anforderungen und wir arbeiten immer mit den Ehrenamtlichen der örtlichen NABU-Gruppen zusammen. Teilweise kommen noch weitere Kooperationspartner hinzu: im Herbst wurde beispielsweise im Oldenburger Bereich von Naturbeständen gesammelte Saat von gefährdetem Teufelsabbiss und Klappertopf durch universitäre Projektmitarbeiter auf unserer 20 Jahre alten Obstwiese in Wehnen ausgebracht. Auch städtische Flächen wurden in Kooperation mit der Oldenburger Naturschutzbehörde als Spenderflächen für Mähgut genutzt.“

Zeit, Geduld und auch die Bereitschaft zu Experimenten sind wichtige Faktoren, sagt Bernd Ziesmer. Die Erfahrungen aus unseren Maßnahmen werden wir natürlich unseren NABU-Gruppen im gesamten Oldenburger Land zur Verfügung stellen, denn sie werden das NABU-Grünland ja nach dem Projektende im Sommer 2021 weiterhin pflegen und entwickeln. „Bis sich arten- und blütenreiche Bestände in Mähwiesen dauerhaft etablieren, können Jahrzehnte vergehen. Aber wir sind natürlich trotzdem sehr gespannt, welche Erfolge unsere ersten Maßnahmen schon im kommenden Jahr zeigen werden!“ meint Bernd Ziesmer.

Presserechtlich verantwortlich: Bernd Ziesmer, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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