Samstag, 20.1.2018
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NABU Oldenburger Land zieht Bilanz: Erfolge im Artenschutz und großes Wachstum an NABU-Gruppen und Ehrenamtlichen
Weitere Ortsgruppen sollen entstehen: In Garrel und Sande geht´s weiter/Sorgen wegen Flächen- und Artenverlust

Oldenburger Land, d. 28.12.2017:
Zum Jahreswechsel hat der NABU Oldenburger Land eine vielschichtige Bilanz gezogen: "Es konnten zwischen Wangerooge und Dümmer, zwischen dem Aper Tief und der Bremer Landesgrenze große Erfolge für den Artenschutz in den zahlreichen Projekten der NABU-Ehren- und Hauptamtlichen erzielt werden", freut sich Bezirksvorsitzender Rolf Grösch. "Erneut konnte beispielsweise ein sehr großer Bruterfolg bei den Schleiereulen festgestellt werden, für die unsere Ehrenamtlichen zahlreiche großvoluminge Nistkästen betreuen. Auch im Fledermausschutz ging es gut voran - Winterquartiere konnten durch die Öffnung und Herrichtung von Bunkern ebenso geschaffen werden wie Hunderte Tagesquartiere durch die Anbringung von Spezialkästen, die von den fachkundigen Aktiven der NABU-Fledermaus-AG betreut werden. Im Neuen Jahr sollen hier weitere Akzente durch die Anbringung von mehr als 200 speziellen Fledermauskästen gesetzt werden. Auch die erstmals vom NABU Oldenburger Land zentral für Deutschland durchgeführte Bat Night in der Stadt Oldenburg setzte Zeichen. Sehr erfolgreich war zudem ein durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gefördertes Projekt, das den immer stärker gefährdeten Feldsperlingen zugute kommt", gab Grösch Einblick in einige beispielhafte Projekte, zu den auch NABU-Anstrengungen im Wiesenvogelschutz für Kiebitz, Rotschenkel, Feldlerche und Co zählen: "Die Wiesenvögel, geradezu symbolisch für die Wiesen- und Marschenlandschaften des Oldenburger Landes stehend, bereiten uns aufgrund der Ausbreitung der Ausbreitung der Maiswüsten und des Pestizideinsatzes sowie der fortlaufenden Durchschneidung und Überbauung von Landschaften besonders große Sorgen", sagte der NABU-Vorsitzende.

Gleiches gelte für den "dramatischen und letztendlich auch für das Fortbestehen des Menschen lebensbedrohlichen Rückgang der Insektenarten und -anzahl", betonte Grösch: "Hier geht es ans Eingemachte. Landschaftsverlust, Überbauung, Klimawandel, Verlust von Strukturen wie Feldgehölzen und der Einsatz von Pestiziden wirken unheilvoll zusammen. Die Folgen sind nicht absehbar - sie werden vor dem Rückgang von Vögeln und Wildpflanzen nicht Halt machen", mahnte Rolf Grösch an: "Und in einer solchen Zeit, in einer Zeit, da diese dramatischen Trends klar erkennbar sind, bleibt beispielsweise Glyphosat zugelassen - ein unglaublicher Skandal!" mahnte der NABU-Vositzende Handeln an: "Das muss sich ändern! Wir werden als NABU Oldenburger Land einen Schwerpunkt unserer Aktivitäten auf den Kampf gegen Glyphosat und andere Pestizide legen und begrüßen den Beschluss der Artländer, in der eigenen Gemeinde auf dieses Pestizid zu verzichten. Dem sollten auch die Kommunen und Kreise aus dem Oldenburger Land folgen. Wir werden in diese Richtung kräftig arbeiten", kündigte Grösch an.

Sehr erfreulich stelle sich "der Rückenwind für den NABU aus der Bevölkerung dar", erläuterte Bezirksgeschäftsführer Rüdiger Wohlers: "Wir haben im zuende gehenden Jahr einen Zuwachs von mehr als 10 Prozent an neuen Mitgliedern gehabt und streben nun der 11.000 Mitglieder-Marke zu. Diese Unterstützung ist für uns Vertrauensbeweis und Ansporn zugleich, auch für unsere Projekte, in deren Reigen die Umweltbildungsarbeit stets eine große Rolle spielt, bei unseren Kinder- und Jugendgruppen ebenso wie bei den Projekten in den Schulen." Die Anzahl der NABU-Ortsgruppen im Oldenburger Land sei weiter gestiegen, auf nun 31 zwischen Wangerooge und Dümmer, und auch die Anzahl der Ehrenamtlichen - auch dank der intensiven Betreuung durch die hauptamtlichen Beschäftigten in der NABU-Bezirksgeschäftsstelle in Oldenburg, die sich als "Serviceleister für das Ehrenamt" verstünden, sagte Wohlers: "Im Rahmen unserer Gründungstournee 'Der NABU kommt' sind zwischen 2011 und 2017 bislang zwanzig neue Ortsgruppen entstanden, die eine Fülle von Aktivitäten vor Ort entwickeln", freut sich der Geschäftsführer, "auch der Tatsache geschuldet, dass sie keine eingetragenen Vereine sind und keine Vorstände bilden müssen, sondern sich, mit Sprechergremien versehen, statt Vereinsmeierei der direkten Naturschutzarbeit vor Ort widmen können - von der Streuobstwiese bis zur Heckenpflanzung, vom Gartenwettbewerb bis zur Nistkastenaktion, von der Kindergruppe bis zum Wiesenvogelschutz. Diese Gründungstournee findet mittlerweile bundesweite Aufmerksamkeit, wurde mit der Lina-Hähnle-Medaille, der höchsten Auszeichnung des NABU-Bundesverbandes, geehrt und soll nach dem 'oldenburgischen Modell' im kommenden Jahr auch in Thüringen und weiteren Ländern probeweise zum Einsatz kommen", hebt der NABU-Geschäftsführer hervor. "Und: Es wird weitergehen mit dem Neuaufbau von NABU-Ortsgruppen im Oldenburger Land nach diesem modernen Verfahren, auch aufgrund der großen Nachfrage aus der Bevölkerung: Die nächsten Orte, in denen NABU-Gründungen für 2018 auf dem Programm stehen, werden Garrel im Landkreis Cloppenburg und Sande im Landkreis Friesland sein. Diese beiden Landkreise sollen im kommenden Jahr den Schwerpunkt unserer Gründungsaktivitäten bilden."


Presserechtlich verantwortlich: Rüdiger Wohlers, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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