Donnerstag, 18.10.2018
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Den Garten zur Arche machen
Mit NABU-Tipps Paradiese für Igel, Libelle, Rotschwanz und Co. schaffen

Oldenburger Land, d. 15.12.2017:
Kaum war das Haus verkauft, kreischten die Motorsägen", sagte der aufgeregte Anrufer, "die große Eiche, alle Hasel und sogar die Holunderbüsche wurden gefällt. Jetzt haben die Vögel gar nichts mehr", ereiferte er sich. Ein Anrufer beim örtlichen NABU, einer von vielen, die sich jedes Jahr melden. Dabei könnten Gärten richtige kleine Archen sein, die auch einen hohen Erlebniswert für die ganze Familie bieten.

"Solche Anrufe empörter Nachbarn sind nicht selten", berichtet Rüdiger Wohlers, NABU-Bezirksgeschäftsführer im Oldenburger Land: "So mancher alter Garten wird nach Jahrzehnten der Pflege regelrecht plattgemacht, wenn das Grundstück verkauft wurde. Alter Baumbestand, fruchttragende Hecken und Staudenbeete oder sogar Gartenteiche weichen plastikartigen Bodendeckern oder werden unter Beton und Asphalt genommen - was Generationen schufen, verschwindet unter Motorsäge und Minibagger in wenigen Stunden - auch, weil viele Menschen kaum mehr Naturbezug und -kenntnis haben", sagt Wohlers.

"In Gärten kann ein spannendes Mosaik kleiner Lebensräume geschaffen werden, in denen sich eine Fülle von Tier- und Pflanzenarten ansiedeln kann: Teich, Trockenmauer, Brut- und Nahrungshecke, Blumenwiese, Fassadengrün und Nisthilfen aller Art für Vögel, Säugetiere und Insekten. Viele dieser Kleinlebensräume lassen sich leicht anlegen und laden Frosch, Libelle, Schmetterling, Eidechse, Fledermaus, Kleiber und Eichhörnchen ein, im Garten eine Heimstatt zu finden. Gerade in diesen Zeiten galoppierenden Flächenverbrauchs in der freien Landschaft wächst die ökologische Bedeutung der Gärten.

Dabei ist die Bandbreite dessen, was im Garten und am Haus umzusetzen ist, unheimlich groß", begeistert sich NABU-Geschäftsführer Wohlers: "Warum nicht Fledermauskästen als Tagesquartiere dieser fliegenden Nachtjäger am Haus anbringen und ein so genanntes Fledermausbeet mit nektarreichen, nachtblühenden Pflanzen anlegen? Warum nicht den kleinen Teich für Molch, Frosch, Libelle und Co in einer Ecke des Gartens neben den Futterpflanzen für die bunten Falter schaffen?" Solcherlei vielfältige Gärten sind, so Wohlers, nicht nur eine Arche, sondern auch ein Erlebnisraum für Groß und Klein: "Gerade Kinder lernen so Artenvielfalt kennen - und den Wechsel der Jahreszeiten." der Naturschützer weiter: "Es ist doch geradezu absurd, dass sich viele Mitbürger über die blühenden Bergwiesen in den Alpen oder den Pyrenäen oder in Griechenland und Portugal freuen, aber zuhause einen oftmals ökologisch wertlosen grünen Einheitsbrei aus Immergrünen schaffen", meint Wohlers.

Daher sei es ideal, "ganz gleich, wann im Jahr", für einen naturnahen Garten zu planen und all dies bald draußen umzusetzen - und natürlich auch Nisthilfen für die nächstjährige Brutsaison zu bauen. Der NABU hält dazu ein sehr umfangreiches Infopaket mit vielen Einzelinformationen und einer 30-seitigen Bauplansammlung bereit, das gegen Einsendung von 10 Euro angefordert werden kann beim NABU, Stichwort Naturgarten, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg.

Presserechtlich verantwortlich: Rüdiger Wohlers, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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