Samstag, 21.4.2018
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Feldlerche in den Ackerlandschaften im Kreis Vechta fast verschwunden
Vogelkundler stellen auf Tagung regionale Bestandsentwicklungen vor

Visbek, Oldenburg, d. 16.11.2017:
Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Oldenburg (OAO) veranstaltete unter Leitung von Jörg Grützmann und Eckart Liebl ihre diesjährige Jahrestagung in Visbek. Diese fand am vergangenen Samstag auf Einladung der NABU-Kreisgruppe Vechta und des Ornithologenstammtisches im Kreis Vechta im Gasthof Engelmannsbäke statt. Mit etwa 70 fachkundigen Teilnehmern aus dem gesamten Oldenburger Land war sie hervorragend besucht. Zunächst besichtigten die Vogelkundler unter
fachlicher Leitung von Holger Schürstedt die Bachtäler der Aue und der Engelmannsbäke, die inzwischen als europäisches FFH-Naturschutzgebiet ausgewiesenen sind. Diese artenreichen Nassund Moorwälder in den naturbelassen mäandrierenden Bachtälern kannten viele Teilnehmer eher
wegen der Großsteingräber, kaum jedoch als naturkundliches Kleinod.

Im Tagungsteil widmete man sich verschiedenen Fachvorträgen, wovon ein Schwerpunkt die Analyse von Bestandstrends zu häufigeren Vogelarten der Normallandschaft bildete. In einem Langzeitmonitoring erfassen Ornithologen standardisiert alle Brutvögel auf über 180 Probeflächen in Niedersachsen. Hierdurch ist zugleich ein wissenschaftliches Frühwarnsystem für Bestandsveränderungen gegeben. Alexander Mitschke ermittelte dabei Rückgänge um mehr als 4 Millionen Brutpaare in Niedersachsen. Dabei wies er im Vergleich landesweiter Trends und für das Oldenburger Land teils auch unterschiedliche Entwicklungen nach.

Anschließend stellten Imme Wichelmann, Holger Schürstedt und Josef Taphorn den Ornithologenstammtisch im Landkreis Vechta sowie lokale Bestandserfassungen vor. Dieser 2014 neu geschaffene, etwa 30 Akteure umfassende Arbeitskreis ermittelte kreisweit koordiniert den Brutbestand für Uferschwalbe (2015), Kranich (2016) und Feldlerche (2017). Die zumeist Sandgruben in Kolonien bewohnenden Uferschwalben haben mit über 10 % Anteil am Landesbestand eine hervorragende Bedeutung inne. Und der Kranich ist inzwischen im Kreis Vechta in Einzelpaaren neuer Brutvogel. Ernüchternd verlief hingegen die Nachsuche nach einer Charakterart der normalen Ackerlandschaften, der Feldlerche. Diese einst häufige Art unserer früheren Kulturlandschaft wurde im Landkreis auf 19 Radtour-Strecken von je 20 km Länge nur noch in geringen Restbeständen gefunden. Die Feldlerche droht somit vor Ort in den intensiv genutzten Feldfluren zunehmend ganz zu verschwinden.

Weitere Vorträge befassten sich näher mit dem Ortolan und der Mohrenlerche sowie Nachweisen von regionalen Seltenheiten.

Die OAO im NABU-Bezirksverband Oldenburger Land besteht inzwischen seit 95 Jahren und ist gleichermaßen Fachgruppe Ornithologie in der Oldenburgischen Landschaft sowie im Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde. Die OAO publiziert ihre Ergebnisse in eigenen Jahresberichten. Weitere Informationen zur Arbeit der OAO auch unter www.nabu-oldenburg.de.

Presserechtlich verantwortlich: Bernd Ziesmer, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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