Sonntag, 16.12.2018
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NABU pflanzt Gehölze für Schmetterlingsraupen
Mehr Artenvielfalt in Schulen, Kindergärten und Co.

Oldenburg, d. 13.9.2017:
Schmetterlingsraupen fressen Brennnesseln, so die gängige Meinung in der Bevölkerung. Dass bei weitem nicht alle Schmetterlingsarten, sondern eher ein Bruchteil von ihnen an Brennnesseln fressen, ist vielen nicht bewusst. So fressen die Raupen der unterschiedlichen Arten an Gräsern, Einjährigen, Stauden, aber auch an den Blättern von Sträuchern und Bäumen. Jede Art hat ihre ganz spezifischen Futterpflanzen. Einige Arten fressen sogar nur an einer einzigen Pflanzenart! Die Artenvielfalt spiegelt sich also in den Bedürfnissen der Raupen wieder. Mit rund 3.700 Arten in Deutschland ist die Gruppe der Schmetterlinge eine sehr artenreiche.
Schmetterlinge nehmen relevante Aufgaben in den jeweiligen Ökosystemen wahr: So sind sie wichtige Bestäuber, die für den Erhalt der floristischen Artenvielfalt unerlässlich sind. Weiterhin sind sowohl Falter als auch Raupen Nahrung für andere Tiere wie etwa Vögel und Fledermäuse.
Doch Schmetterlinge sind bedroht. Sie leiden zum einen, wie viele andere Blütenbesucher auch, unter der industriellen Landwirtschaft: In der ausgeräumten Landschaft, wo Monokulturen wie Mais vorherrschen, wird das Angebot an geeigneten Futterpflanzen immer geringer, Schmetterlinge finden hier ihre artspezifischen Raupenfutterpflanzen zur Eiablage nicht mehr. Pestizide stellen eine weitere Gefahr dar. Städte und Dörfer hingegen haben ein überraschend hohes Potential zur Sicherung der Biodiversität. Die Sichtweise von Stadt als naturfernem und Land als naturnahem Raum ist längst überholt, da immer mehr Arten auch im Siedlungsraum vorkommen. Hier ist das Angebot an Futterpflanzen in öffentlichen Parks und privaten Gärten vielfältig, es werden viel weniger Pestizide eingesetzt als im Bereich der industriellen Landwirtschaft und die kleinräumigere Verzahnung verschiedener Lebensräume bietet mehr Strukturen zur Reproduktion als Monokulturen.
Das Projekt „Bis in die Puppen!“ des NABU Oldenburg soll gezielt die Situation von Schmetterlingsraupen in Oldenburg verbessern. In dem Projekt, das von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert wird, sollen die Bedingungen für Schmetterlinge verbessert werden, indem gezielt Raupenfutterpflanzen auf Flächen von Schulen, Kindergärten, Kirchengemeinden und gemeinnützigen Vereinen gepflanzt werden. "Bei Schmetterlingen denkt man erstmal an die bunte Blumenwiese." meint Projektleiterin Kristin Böhm. Dass viele Schmetterlingsraupen auch an den Blättern von Bäumen und Sträuchern fressen, sei vielen nicht bewusst. So sei der Faulbaum beispielweise eine wichtige Raupenfutterpflanze für den Zitronenfalter, an Efeu fräßen die Raupen des Faulbaumbläulings. Schlehen seien eine Raupenfutterpflanze für diverse Nachtfalter. "Besonders wertvoll sind Salweiden: An den Blättern fressen die Raupen vieler Schmetterlingsarten, wie etwa Abendpfauenauge, C-Falter oder Mondvogel. Die Weidenkätzchen sind wertvolle Nahrungsquellen im zeitigen Frühjahr, nicht nur für frühe Schmetterlinge wie Zitronenfalter und Co., sondern auch für die ersten Wildbienen." meint die Landschaftsökologin. "Jetzt im Herbst kann man noch wunderbar Sträucher und Bäume pflanzen!" Wer gern an dem Projekt teilnehmen möchte kann sich unter 0441/25600 oder direkt bei der Projektleiterin unter boehm@nabu-oldenburg.de melden.


Presserechtlich verantwortlich: Rüdiger Wohlers, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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