Sonntag, 16.12.2018
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12-jähriger kennt keine Kohlmeise, 13-jährige weder Buche noch Eiche
Natur im Garten für Kinder erlebbar machen -- NABU gibt Tipps

Oldenburger Land, d. 11.7.2017:
Den Namen „Kohlmeise“ hatte der 12-jährige Jan noch nie gehört, bewusst gesehen hatte er diesen Vogel, einen der häufigsten unserer Kulturlandschaft, auch noch nicht; Gleiches galt für die 13-jährige Meike, die erstaunt fragte, was denn den Unterschied zwischen Eiche und Buche ausmache, und den 9-jährigen Lukas, der zwar schon gehört hatte, dass es ein Märchen vom Froschkönig gibt, einem solchen kleinen Quaker quicklebendig jedoch noch nie leibhaftig in die güldenen Augen geblickt hatte. Typische Beispiele, bestürzende Beispiele. Beispiele aus der Realität, wie der Bezirksgeschäftsführer des Naturschutzbundes NABU im Oldenburger Land, Rüdiger Wohlers, berichtet. „Bei Naturerlebnisaktionen mit Kindern erleben wir regelmäßig, dass sich die Naturkenntnis, insbesondere die Artenkenntnis, immer mehr verringert, bei manchen Kindern sogar einem Nullniveau nähert. Einige Kinder kennen 13 Handy-Klingeltöne, aber nicht drei Vogelarten – und das ist eine Zeitbombe, denn Naturentfremdung bedeutet auch, dass die Kinder, die Entscheidungsträger von morgen, den Wert von Natur nicht mehr erkennen und sich für deren Erhaltung nicht stark machen werden“, warnt Wohlers.

Deshalb sei es wichtig, Kinder bereits frühzeitig an die Natur, an Tiere und Pflanzen, heranzuführen. „Kaum ein Ort ist dafür besser geeignet als der Garten oder der Kleingarten. Und hier kann man vielfältig ansetzen, kann man durch eine Fülle einfach umzusetzender Maßnahmen Zugang zur Natur schaffen und die Kinder dabei einbeziehen. Ein sehr guter Ansatz ist der gemeinsame Bau von Nistkästen – auch, wenn so manches Brettchen dabei vielleicht noch schief sitzt. Wenn dieser Kasten angebracht wird und sich alsbald brütende Meisen einstellen, wenn eines Tages dann piepsende Jungmeisen auf den Ästen herumhüpfen, ist die Freude groß, und die Kinder erkennen, dass sie etwas Sinnvolles getan haben, lernen die Lebensweise der Gefiederten kennen und werden dies lebenslang nicht vergessen. Das ganze Jahr über können Nistkästen gebaut und angebracht werden - selbst im Winter sind sie von Nutzen, weil die Gefiederten dann darin kalte Winternächte geschützt verbringen können.“ Gleiches gilt auch für das gemeinsame Pflanzen, etwa von Fassadengrün und Brutsträuchern, die Anlage einer Vogeltränke, die bei Sommerhitze von Amseln und Spatzen auch zum Baden genutzt wird, und vieles andere mehr. „Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt“, ermuntert der NABU-Geschäftsführer. „Und dabei können die Kinder den Garten auch im Laufe der unterschiedlichen Jahreszeiten erleben.“

Für alle Interessenten hat der NABU Informationen zusammengestellt, wie man seinen Garten naturnah gestalten kann – durch die 30-seitige Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art und die farbige Broschüre „Gartenlust“. Diese Infos können angefordert werden gegen Einsendung von 5 Euro beim NABU, Stichwort „Natur im Garten“, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg.

Presserechtlich verantwortlich: Rüdiger Wohlers, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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