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NABU: Jungvögel sind keine Haustiere

Oldenburger Land, d. 17.5.2017:
Es tschilpt und tschirpt in Nistkästen, Hecken und Gebüschen. Die ersten Küken sind schon seit Tagen unterwegs, bald werden viele weitere Jungvögel sich aus dem schützenden Kasten wagen. Das bedeutet auch wieder verzweifelte Nachfragen beim NABU. Tierfreunde wollen vermeintlich in Not geratenen Jungvögeln helfen und suchen Rat - jedes Jahr und in großer Zahl.
„Wir beantworten im Moment zahlreiche Anfragen, aber eines muss klar hervorgehoben werden: Jungvögel sollten grundsätzlich an Ort und Stelle gelassen werden. In den allermeisten Fällen wurden sie nicht verlassen und werden von den Eltern weiter umsorgt“, betont NABU-Bezirksgeschäftsführer Rüdiger Wohlers. Auch wenn die niedlichen Federbälle noch so herzzerreissend rufen, sei das zunächst kein Grund zur Besorgnis. Mit Bettellauten rufen die Kleinen nach ihren Eltern, die sie auch außerhalb des Nestes versorgen.
Die unerfahrenen und im Fliegen noch etwas ungeübten Jungtiere sitzen dann im halbhohen Geäst oder auf dem Boden. Bei Gefahr durch Katzen oder an vielbefahrenen Straßen sollten die Tiere einfach in den nächsten Busch gesetzt werden. „Man kann Jungvögel ohne Probleme berühren, der Geruchssinn ist bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren sehr gering ausgeprägt. Die Eltern nehmen ihre Brut nach einer kurzen Berührung wieder an“, so der NABU.

Ein scheinbar verlassener Jungvogel sollte, um die Eltern nicht zu vertreiben, mit gebührendem Abstand mindestens eine Stunde lang beobachtet werden. „Wenn in dieser Zeit kein Eltern- oder Geschwistervogel entdeckt wird, können Hilfsmaßnahmen sinnvoll sein“, so der Vogelfreund. Dazu solle jedoch vorher der fachliche Rat eines Tierarztes eingeholt werden.

"Jungvögel sind Wildtiere, man darf ihnen nur im echten Notfall helfen. Als Haustiere sind sie überhaupt nicht geeignet", stellt der NABU-Geschäftsführer klar. Deshalb sei eine kurze Pflege mit schnellstmöglicher Auswilderung immer das Ziel des verantwortungsbewussten Tierfreunds - alles andere verbiete nicht ohne Grund auch das Naturschutzgesetz.

Die beste Vogelhilfe sei im übrigen der naturnahe Garten mit abwechslungsreichen, einheimischen Pflanzen, so Wohlers. Ein Merkblatt des NABU-Partners Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) zu Jungvögeln kann beim NABU unter Tel. 0441 - 25600 kostenlos angefordert werden.

Die Naturschützer erinnern zudem an die Abgabe der Zähldaten der "Stunde der Gartenvögel" vom vergangenen Wochenende. Noch bis zum 22. Mai können die Zahlen unter www.NABU.de gemeldet werden. Schon jetzt zeichne sich eine hohe Beteiligung ab.

Presserechtlich verantwortlich: Rüdiger Wohlers, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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