Freitag, 20.7.2018
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10 Punkte: Was jeder Einzelne ganz konkret gegen das dramatische Vogelsterben tun kann

Oldenburger Land, d. 6.5.2017:
"Hoffentlich wacht die breite Öffentichkeit nun auf, nachdem anschaulicher und dramatischer denn je deutlich wurde, wie stark die Vogelbestände weltweit und auch vor der Haustür zurückgehen!" Diese Hoffnung äußert Rüdiger Wohlers, NABU-Bezirksgeschäftsführer im Oldenburger Land und seit 40 Jahren im Naturschutz tätig, anlässlich jüngster alarmierender Veröffentlichungen, und nutzt dies zu einem deutlichen Appell: "Niemand soll mehr sagen können, nichts vom Vogelsterben, vom Rückgang der Arten wie der Vogelanzahl, gewusst zu haben. Es reicht jedoch nicht, sich auf die 'Besorgten- und- Betroffenen- Bank' zurückzuziehen; jetzt sind Taten gefragt, kein Abwarten! Und diese Taten kann jede und jeder Einzelne umsetzen! Jetzt und in Zukunft!"

Daher hat der NABU-Geschäftsführer die "10 konkreten Punkte zur Rettung der Vogelwelt" zusammengestellt - für alle Menschen, denen klar ist, dass es auch ein Überleben der Menschheit ohne die Vogelwelt und ihre Lebensräume auf diesem Blauen Planeten nicht geben wird. "Also: Auf geht´s! Umsetzen!" ruft Rüdiger Wohlers auf:

Rettungspunkt 1
Produkte aus biologischer Landwirtschaft und möglichst regionaler Erzeugung kaufen: Bio-Produkte werden nachhaltig hergestellt, erhalten eine angemessene Agrarstruktur, lassen auch Platz für Vogellebensräume, schonen das Klima. Grünlandwirtschaft durch gezielten Kauf von Weidemilch unterstützen, denn Grünland bietet Wiesenvögeln wie dem Kiebitz Lebensräume und ist ideal für Insekten - Nahrungsgrundlage der Vögel! - Fisch aus nachhaltigem, zertifizertem Fang kaufen - meeres- und seevogelschonend.

Rettungspunkt 2
Heimische Bäume und Sträucher pflanzen. Sie sind Brut- und Nahrungsräume für Piepmätze und viele andere Arten und verbessern das Klima, sind Sauerstoffspender. Im Winter bieten Sträucher Unterschlupf und halten, wenn fruchttragend, bis weit in den Spätherbst hinein Nahrung vor, auch für Zugvögel aus dem hohen Norden.

Rettungspunkt 3
Nistkästen für möglichst viele Vogelarten im Garten anbringen: Im - natürlich giftfrei bewirtschafteten, artenreichen - Garten sollten Nistkästen für Höhlen- und Halbhöhlenbrüter angebracht werden (unter anderem für Kohlmeise, Blaumeise, Kleiber, Baumläufer, Rotschwanz, Sperlinge, Star).

Rettungspunkt 4
Auch an Gebäudebrüter denken: Immer mehr gebäudebrütende Arten sind unter Druck geratn: Durch veränderte, stark isolierende Bauweisen können Mauersegler und andere Vögel kaum mehr Einschlüpfe finden,um unter Dachziegeln zu brüten. Für diese können Mauersegler-Nistkästen, möglichst stets mehrere, an Gebäuden und - bei Neubauten - in Wänden angebracht werden. Für Mehl- und Rauchschwalbe, die unter Bodenversiegelung und Mangel an Nistmaterial leiden, können an und in Gebäuden, insbesondere landwirtschaftlichen, angebracht werden sowie lehmige Erde in Wannen bereit gestellt werden. - Bei Neuten sollte gleich für Gebäudebrüter mit geplant werden!

Rettungspunkt 5
Gärten pestizidfrei halten!

Rettungspunkt 6
Balkone und Fassaden zu kleinen Archen machen: Balkone und Hausfassaden sowie Dächer bieten in einer zunehmende urbanisierten Welt riesige, großenteils noch ungenutzte Potentiale für den Natur- und Klimaschutz: Durch die Berankung von Fassaden mit Kletterpflanzen, die Begrünung von Dächern und die Nutzung von Balkonen als kleinen "Archen" mit reichhaltigen Kästen und Kübeln können Brut- und Nahrungsräume für Vögel - und Insektenweiden - geschaffen werden; zudem erzeugen sie Sauerstoff und helfen in heißen Sommern, ein besseres Stadtklima zu erzeugen.

Rettungspunkt 7
Artgerechte Winterfütterung: Eine angemessene, geeignetes Futter verwendende Winterfütterung hilft vielen Arten, die harte Winterzeit zu überstehen und führt viele Menschen an die Natur heran; sie ist für Kinder spannend, sensibilisiert diese für den Naturschutz und für alte Menschen oft einer der wenigen Zugänge zu Naturerlebnis.

Rettungspunkt 8
Insektenparadiese schaffen: Insekten sind unverzichtbare Nahrungsgrundlage der Vögel - und für die Menschheit überlebenswichtig! Unterstützen Sie daher Initiativen, örtlich Lebensräume für Insekten zu schaffen, etwa später gemähte Randstreifen und artenreiche Grünanlagen - auch auf Schulhöfen, in Gewerbeflächen etc.

Rettungspunkt 9
Kampf gegen den Zugvogelmord im Mittelmeerraum: Unterstützen Sie Initiativen gegen den miilionenfachen Tod - oft auf barbarische Art - an Zugvögeln im Mittelmeerraum!

Rettungspunkt 10
Klimafreundich leben in Alltag und Freizeit: Der bereits einsetzende Klimawandel bedroht alles Leben auf unserem Planeten. Klimafreundliches Leben durch eigenes, bewusstes Konsum- und Reiseverhalten ist daher nicht nur die Gefiederten, sondern auch für uns überlebensnotwendig.

Presserechtlich verantwortlich: Rüdiger Wohlers, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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