Samstag, 21.4.2018
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Der Mausersegler – vom Sommerliebling zum Verlierervogel?
NABU gibt Tipps zur Hilfe für Mauersegler/In wenigen Tagen werden die Mauersegler ankommen

Oldenburger Land, d. 21.4.2017:
Der Mauersegler, „der Sommervogel schlechthin“, dreht wieder seine Runden durch alle Teile Deutschlands. Als blitzschneller Flieger saust er, nach seiner Rückkehr aus den weit entfernten Überwinterungsgebieten in Westafrika vor gut zwei Wochen, durch die Straßenschluchten der Städte und Dörfer. Mit seinen hohen "sriii"-Rufen gehört er zum Sommer wie Erdbeereis und Freibad. Große Teile seines Lebens verbringt er in der Luft, sogar sein Nistmaterial - Halme, Haare, Federn und anderes – schnappt er im Flug.

In weiten Teilen Deutschlands kommt er Jahr für Jahr fast genau zum 1. Mai an und verlässt uns rund um den 1. August. Während dieser drei Monate muss er für Nachwuchs sorgen - und das fällt ihm immer schwerer. „Der Mauersegler hat es mittlerweile sehr schwer bei uns“, sagt Rüdiger Wohlers, NABU-Bezirksgeschäftsführer im Oldenburger Land, „denn jedes Jahr gehen viele Brutplätze für ihn verloren. Als echter Kulturfolger, der sich an die künstlichen 'Gebirge' der vom Menschen errichteten Häuser angepasst hat, nistet er gern auf Dachböden, in Hohlräumen unter Dachpfannen und hinter Verschalungen. Kurioserweise ist er nun ein Opfer einer eigentlich aus Umweltsicht sinnvollen Entwicklung geworden, nämlich der immer besseren Isolierung von Gebäuden, die ja auch dem Klimaschutz dient“, sagt der NABU-Geschäftsführer, „dadurch findet er aber oft keinerlei Einschlupf mehr.“ Mitunter würden auch versehentlich und unsinnigerweise Bruteinschlüpfe verschlossen, weiß der Naturschützer aus dem NABU-Alltag zu berichten; so erinnert er sich an mehrere Fälle, in denen es um Einschlupfnischen ging, die erst nach Intervention des NABU oder beherzter Anwohner wieder geöffnet wurden.

Um dem Mauersegler mittel- und langfristig zu helfen sei es aber ratsam, an allen geeigneten Gebäuden, ganz gleich, ob Privathaus, Gewerbe- oder Schulgebäude, spezielle Mauersegler-Nistkästen anzubringen, die mit etwas Geschick leicht selbst zu bauen sind - möglichst mehrere nebeneinander, denn Mauersegler lieben´s gesellig. „Es wäre schön, wenn am Ende des Sommers, wenn uns die Mauersegler verlassen haben werden, für das kommende Jahr viele Mauerseglerkästen gebaut und angebracht würden - diese können draußen dann auswittern, bis die Mauersegler rund um den 1. Mai des kommenden Jahres wieder bei uns eintreffen“, nennt Wohlers die Vorteile dieser Nistkästen.

Wer für Brutmöglichkeiten aktiv werden und Mauersegler-Nistkästen bauen möchte, kann sich beim NABU umfangreiche Informationen bestellen, darunter auch Baupläne aus der 30-seitigen Bauplansammlung für Nistkästen aller Art. Darüber hinaus bietet das „Mauersegler-Baubuch“, das der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) herausgegeben hat, einen riesigen Fundus an Plänen, Tipps und Empfehlungen, um Mauerseglern zu helfen, in vielen Situationen - von der Hausrenovierung bis hin zu einbaubaren Nisthilfen, von praktischen Tipps zur Erkennung von Mauersegler-Nistplätzen bis hin zu Niststeinen in der Fassadendämmung und dem Mauerseglerturm. In diesem hervorragenden, reich bebilderten Heft wird auch ausführlich auf die Lebensweise dieser faszinierenden Tiere eingegangen.

Die Bauplansammlung kann zusammen mit dem Mauersegler-Baubuch des LBV gegen Einsendung von 5 Euro angefordert werden beim NABU, Stichwort „Mauersegler“, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg.

Presserechtlich verantwortlich: Rüdiger Wohlers, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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