Donnerstag, 18.10.2018
Pressedienst NABU Oldenburg  aktuell - archiv

NABU verschenkt Gehölze an Falterfreunde
Neues Projekt fördert Schmetterlingsraupen

Oldenburg, d. 4.4.2017:
Schmetterlingsraupen fressen Brennnesseln, so die gängige Meinung in der Bevölkerung. Dass bei weitem nicht alle Schmetterlingsarten, sondern eher ein Bruchteil von ihnen an Brennnesseln fressen, ist vielen nicht bewusst. So fressen die Raupen der unterschiedlichen Arten an Gräsern, Einjährigen, Stauden, aber auch an den Blättern von Sträuchern und Bäumen. Jede Art hat ihre ganz spezifischen Futterpflanzen. Einige Arten fressen sogar nur an einer einzigen Pflanzenart! Die Artenvielfalt spiegelt sich also in den Bedürfnissen der Raupen wieder. Mit rund 3.600 Arten in Deutschland ist die Gruppe der Schmetterlinge eine sehr artenreiche.
Schmetterlinge nehmen relevante Aufgaben in den jeweiligen Ökosystemen wahr: So sind sie wichtige Bestäuber, die für den Erhalt der floristischen Artenvielfalt unerlässlich sind. Weiterhin sind sowohl Falter als auch Raupen Nahrung für andere Tiere wie etwa Vögel und Fledermäuse.
Doch Schmetterlinge sind bedroht. Sie leiden zum einen, wie viele andere Blütenbesucher auch, unter der industriellen Landwirtschaft: In der ausgeräumten Landschaft, wo Monokulturen wie Mais vorherrschen, wird das Angebot an geeigneten Futterpflanzen immer geringer, Schmetterlinge finden hier ihre artspezifischen Raupenfutterpflanzen zur Eiablage nicht mehr. Pestizide stellen eine weitere Gefahr dar. Städte und Dörfer hingegen haben ein überraschend hohes Potential zur Sicherung der Biodiversität. Die Sichtweise von Stadt als naturfernem und Land als naturnahem Raum ist längst überholt, da immer mehr Arten auch im Siedlungsraum vorkommen. Hier ist das Angebot an Futterpflanzen in öffentlichen Parks und privaten Gärten vielfältig, es werden viel weniger Pestizide eingesetzt als im Bereich der industriellen Landwirtschaft und die kleinräumigere Verzahnung verschiedener Lebensräume bietet mehr Strukturen zur Reproduktion als Monokulturen.
Um speziell den Schmetterlingsraupen in Oldenburg zu helfen hat der NABU das Raupenprojekt „Bis in die Puppen!“ gestartet. In dem Projekt, das von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert wird, sollen die Bedingungen für Schmetterlinge verbessert werden, indem gezielt Raupenfutterpflanzen auf Flächen von Schulen, Kindergärten, Kirchengemeinden und ähnlichen Einrichtungen gepflanzt werden. Mit einer besonderen Aktion im Frühling wendet sich der NABU aber auch an Privatleute und verschenkt insgesamt 50 einheimische Gehölze an Menschen, die im Oldenburger Stadtgebiet wohnen. "Bei Schmetterlingen denkt man erstmal an die bunte Blumenwiese." meint Projektleiterin Kristin Böhm. Dass viele Schmetterlingsraupen auch an den Blättern von Bäumen und Sträuchern fressen, sei vielen nicht bewusst. So sei der Faulbaum beispielweise eine wichtige Raupenfutterpflanze für den Zitronenfalter, an Efeu fräßen die Raupen des Faulbaumbläulings. Schlehen seien eine Raupenfutterpflanze für diverse Nachtfalter. "Besonders wertvoll sind Salweiden: An den Blättern fressen die Raupen vieler Schmetterlingsarten, wie etwa Abendpfauenauge, C-Falter oder Mondvogel. Die Weidenkätzchen sind wertvolle Nahrungsquellen im zeitigen Frühjahr, nicht nur für frühe Schmetterlinge wie Zitronenfalter und Co., sondern auch für die ersten Wildbienen,
" meint die Landschaftsökologin. "Im Prinzip kann man aber mit allen einheimischen Gehölzen nichts falsch machen." Wer gern an dem Projekt teilnehmen möchte und einen Strauch oder einen Baum für den eigenen Garten geschenkt bekommen möchte, kann sich unter 0441/25600 oder direkt bei der Projektleiterin unter boehm@nabu-oldenburg.de melden. Der NABU freut sich darüber hinaus über das Interesse von potentiellen Projektpartnern wie Schulen, Kindergärten und Co.!

FOTO-HINWEIS an die Redaktion: Sie können Fotos zu dieser Pressemitteilung unter boehm@nabu-oldenburg.de abrufen!

Presserechtlich verantwortlich: Rüdiger Wohlers, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

Pressedienst NABU Oldenburg  aktuell - archiv
seitenanfang
Impressum
NABU-Oldenburger Land, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
Tel: 0441-25600 - Fax: 0441-2488761 - mail@nabu-oldenburg.de
Öffnungszeiten: Mo - Do, 15.00 - 17.00 Uhr
Gestaltung + Technik: ziesmer@nabu-oldenburg.de