Freitag, 19.1.2018
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Dem Star eine Wohnung geben
Gefiederter Gesangsvirtuose in großer Not

Oldenburger Land, d. 28.2.2017:
Noch vor zwei bis drei Jahrzehnten gehörten Starenkästen, jene für den Star gebauten Nistkästen, zum vertrauten Bild in Dörfern und Städten. Heute jedoch sind sie mehr und mehr zur Rarität geworden - der NABU gibt Tipps zum Bau von Starenkästen.
Einfarbstar

Der Starenkasten - in diesen Zeiten für viele Mitbürger ein geflügelter Begriff, der für eine Radarfalle steht, aber mit der ursprünglichen Bedeutung nichts gemein hat. Schade, findet der NABU, denn echte Starenkästen werden mehr und mehr zur Rarität - und damit droht ihren gefiederten Bewohnern Wohnungsmangel.

„Früher durften Starenkästen in keinem Garten oder Kleingarten fehlen,“, berichtet Rüdiger Wohlers, Geschäftsführer des NABU im Oldenburger Land, „denn jeder Gärtner setzte auf die Stare, die sich über Würmchen, Insekten und deren Larven hermachten. Deshalb wurden die einfach zu bauenden Kästen an Bäumen, Haus- und Scheunenwänden und sogar an hohen Stangen angebracht; Stare sind recht gesellig, sie brüten deshalb oft dicht beieinander - es gibt ganze Batterien von zwanzig und mehr Starenkästen ober- und nebeneinander, die von den intelligenten Staren beflogen werden. Stare sind wahre Gesangsinterpreten: Die lustigen Gesellen ahmen gern andere Vogelarten nach, bauen deren Gesänge in den eigenen ein und variieren in ihren Strophen.“

Der Starenkasten als willkommene Unterkunft der interessanten Gefiederten ist mit der rückläufigen Zahl vor allem von Nutzgärten immer mehr in Vergessenheit geraten - schade, wie der NABU meint: „Viele Menschen wissen gar nicht, was sie verpassen, wenn sie dem Star kein Obdach geben“, sagt Wohlers. Hinzu komme, dass durch immer perfektere Bauweise von Häusern und deren Isolierungen auch die Unterschlüpfe der Stare unter Dachziegeln und hinter Verschalungen verschwinden: „Dem Star scheint es ähnlich zu ergehen wie den Sperlingen“, befürchtet Wohlers, „wenn hier nicht gegengesteuert wird. Wobei nicht unerwähnt bleiben darf, dass die zunehmende Gefährdung des Stars vom Umbruch immer weitere Grünlandflächen herrührt - sie leiden schlimmen Nahrungsmangel!“ Trotzdem hofft der NABU, dass möglichst viele Vogelfreunde Hand anlegen und dem Star einen Nistkasten bauen - oder gleich mehrere, damit im Garten ein ganzes Starenorchester seinen Platz findet.

Dass man mit der Anbringung eines Starenkastens auch einem eigentlich gar nicht vorgesehenen „Mieter“ eine willkommene Wohnung bieten kann, ja, sogar eine Wochenstube, dürften die meisten Naturfreunde freilich nicht ahnen, jedoch: „In so manchen Starenkasten ziehen Eichhörnchen ein - sie sind der ideale Unterschlupf, wie ein natürlicher Kobel in Form einer Spechthöhle“, berichtet Wohlers von zahlreichen Beobachtungen. „Starenkästen, gerade, wenn sie etwas größer gebaut sind, werden von Eichhörnchen sehr gern angenommen - und oft erblicken darin auch die kleinen Eichhörnchen das Licht der Welt, so, wie vor einiger Zeit in Oldenburg, fotografisch dokumentiert von einer NABU-Aktiven. Ganz gleich, ob der Star einzieht oder das flinke Eichhörnchen - es gibt genug Gründe, einen oder mehrere Starenkästen zu bauen.

Baupläne - auch für viele andere Nisthilfen in seiner 30seitigen Bauplansammlung - und weitere Informationen hält der NABU gegen Einsendung von 5 Euro bereit. Die Anschrift:

NABU Oldenburg
Stichwort „Star“
Schlosswall 15
26122 Oldenburg

Presserechtlich verantwortlich: Rüdiger Wohlers, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg
 

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