Donnerstag, 8.12.2016
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Naturnahe Gartenteiche

 
Gestaltung - Material - Tiere - Pflanzen - Weitere Informationen
 

Ein naturnaher Gartenteich ist eine wertvolle Bereicherung für jeden Garten. Zahllose Insekten, andere Kleintiere und vor allem auch Amphibien werden sich in kurzer Zeit einfinden und Ihren Garten somit noch artenreicher machen. Allerdings sollten bei der Neuanlage eines Teiches einige Dinge schon bei der Planung beachtet werden:

Gestaltung:

frosch
Frösche und Kröten finden sich in der Regel innerhalb der ersten Teichsaison selbständig ein.
Wer Platz hat, sollte mit der Teichgröße nicht geizen - ein großes Wasservolumen ist der beste Garant für die Stabilität der Wasserqualität bei schwankenden klimatischen Bedingungen. Vor allem im Sommer kann es bei sehr kleinen Gewässern zu fataler Sauerstoffarmut kommen und im Winter sind solche Teiche der Gefahr des Durchfrierens ausgesetzt. Während sich die Teichoberfläche nach verfügbarem Platz und den persönlichen Wünschen richten kann, sollte die Tiefe einen Wert von 80 - 100 cm nicht unterschreiten, damit Insektenlarven und Amphibien in Ihrem Gewässer auch den Winter überstehen können.

Meist wird eine ovale bis nierenförmige Gestalt gewählt, wobei jedoch keine Einschränkungen für Ihre persönlichen Wünsche bestehen. Achten Sie jedoch darauf, dass wenigsten in einem Uferbereich eine ausgeprägte Flachwasserzone (20-30 cm) angelegt wird - hier spielt sich nämlich im Sommer "das Leben" ab, während die Tiefwasserbereiche eher der Überwinterung dienen. Insekten nehmen hier Wasser auf, Amphibien können das Ufer erklettern oder im Flachwasser auf Jagd gehen. Auch Vögel und andere Gartengäste wissen eine solche Wasserstell im Sommer zu schätzen...

Der Uferbereich sollte großzügig bepflanzt werden - etliche Pflanzen, vor allem solche mit röhrichtartigen Stängeln, bilden sozusagen biologische Übergänge von der Luft in den Wasserkörper. So legen etwa Libellen ihre Eier gern an Wasserpflanzen ab, die Larven entwickeln sich (teilweise über mehrere Jahre!) im Teich und erklettern dann wieder einen Stängel, um sich nach der abschließenden Häutung in die Luft zu erheben. Viele der Insektenarten, die ihre Kinderstube im Wasser verbringen, bleiben diesem Lebensraum auch als erwachsenes Tier treu.

Achten Sie darauf, dass der Teich nicht ganztägig in der prallen Sonne liegt - so beugen Sie übermäßigem Algenwachstum vor. Aus demselben Grunde sollte keine Gartenerde als Bodensubstrat eingebracht werden. Verwenden Sie besser ein Gemisch aus sandigem Boden und Stein, jedenfalls nährtstoffarme Substrate...

Material:

Wer nicht das Glück hat, dass sich das Wasser aufgrund der Geländebedingungenn von allein in einem ausgegrabenen Loch sammelt, wird sich Gedanken über die Abdichtung des Gewässers machen müssen - am natürlichsten wäre hier eine Lehm- oder Tonabdichtung, was jedoch einen erheblichen Arbeitsaufwand darstellt; wenden Sie sich am besten an einen Fachbetrieb Ihres Vertrauens, damit der Teich auch langfristig sein Wasser hält. Eine übliche Ersatzabdichtung stellt die bekannte Teichfolie dar, die es in unterschiedlichen Formaten im Gartenfachhandel zu erstehen gibt - zwar ist das Material vollkommen "naturfern", doch lassen sich mit dieser Methode durchaus naturnahe Gestaltungen ausführen und der fertige Gartenteich gibt die Folie kaum noch zu erkennen. Von der Verwendung vorgefertigter Kunststoffformen möchten wir eher abraten - sie eignen sich eher für sehr kleine Teiche und die individuelle und naturnahe ausgestaltung der Uferzonen ist eigentlich nicht möglich.

Tierbesatz:

Grundsätzlich werden sich Tiere aus der Umgebung bereits innerhalb weniger Tage, wenn nicht sogar bereits nach ein paar Stunden einfinden. Sie werden nicht lange warten müssen, bis die ersten Insekten das neue "Revier" in Augenschein nehmen, auch Frösche und Kröten stellen sich meist schon in der ersten Saison ein - vorausgesetzt, sie sind in Ihrer Wohnumgebung noch vorhanden. Wir möchten dringend davon abraten, Amphibien von anderen Gewässern in Ihren neuen Teich umzusetzen! Dies ist einerseits gesetzlich untersagt und andererseits würde den Tieren damit eher geschadet, da sich Amphibien die jährlichen Wanderstrecken merken und somit durch einen Umzug irritiert würden.

Während des Winters sollten Sie den Tieren im Teich Ruhe gönnen; wer auf dem Grund oder im Bodenschlamm zu überwintern versucht, hat seinen Organismus mit sicherheit auf Winterruhe" umgestellt und sollte nicht durch unnötige Säuberungsarbeiten gestört werden.

Zum möglichen Fischbesatz ist schon viel gestritten worden - wir möchten auf jeden Fall davon abraten, wenn Sie wert auf eine vielfältige Insektenfauna in Ihrem Teich legen. Alle Fische - und wirken sie auch noch noch so friedfertig - haben Insektenlarven auf dem Speiseplan...

Pflanzenbesatz:

schwertlilie
Gelbe Schwertlilie - eine der schönsten Uferpflanzen, die in keinem Teich fehlen sollte...
Gönnen Sie Ihrem neuangelegten Teich ruhig eine kräftige "Erstanpflanzung" - Pflanzen verbinden den Gewässergrund und den Wasserkörper mit dem Luftraum über dem Teich. Sauerstoff wird über die Wurzelbereiche in die Tiefe verbracht oder über Blattoberflächen abgegeben, Tiere nutzen die Pflanzen als Ansitz, zur Eiablage oder zum Ein- und Austritt aus dem Teich. Hohe Röhrichte bieten Schutz und Anflugmöglichkeiten für Insekten...

Eine selbständige Besiedlung mit Pflanzen aus der Umgebung würde mit Sicherheit auch erfolgen, doch müssen Sie hier mit längeren Zeiträumen rechnen, da Pflanzen - anders als verschiedene Tierarten - nicht aktiv in den Teich einwandern, sondern nur durch zufälligen Samenflug oder durch Tiere eingeschleppt werden können.

Weiterführende Informationen:

Beachten Sie bitte bei der Neuanlage von Teichen eventuelle Anmeldepflichten - hier finden Sie weitere Informationen dazu...

Weitere Infos zu Amphibien finden Sie hier...
 

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