Samstag, 4.2.2012
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Häufig gestellte Fragen

 
Tierwelt (Igel - Insekten - Amphibien - Fledermäuse - Singvögel - Zugvögel - Rabenvögel - Andere
 
Igel

Ich habe einen kleinen Igel gefunden - der Winter steht vor der Tür...?

Als wildlebende Tiere sind Igel in der Regel befähigt, den Winter in unserer Region aus eigenen Kräften zu überstehen. Sie können dieses Vorgang unterstützen, indem sie im Gartenbereich einen Igelunterschlupf anbieten (Bauanleitung beim NABU-Oldenburg anfordern) oder einfach Laub und Zweige in einer ruhigen und trockenen Ecke Ihres Gartens zur Verfügung stellen.
Sollte Ihnen ein Igel zugelaufen sein, der ernsthaft krank oder schwach erscheint oder nicht mehr als 300 bis 400 g wiegt, so suchen Sie mit ihm einen Tierarzt Ihres Vertrauens auf - alternativ können Sie sich bei Ihrer zuständigen Gemeinde- oder Stadtverwaltung erkundigen, ob es vor Ort eine Überwinterungsmöglichkeit für zu schwache Igel gibt.
Sollten uns solche Möglichkeiten bekannt werden, so werden wir dies hier nachtragen oder saisonal auf unserer Startseite bekanntgeben!
Im Internet können Sie sich ausführlich unter www.pro-igel.de zu diesem Thema informieren...

Sollte ich Igel im Haus überwintern lassen?

Die Überwinterung von Igeln im eigenen Hause ist nur dann angebracht, wenn das Tier offensichtlich nicht in der Lage ist, den Winter aus eigenen Kräften zu überstehen. Wir empfehlen dringend, den Igel einer Pflegestation zu übergeben, wenn es eine in Ihrer Nähe gibt! Seien Sie sich der Verantwortung und des Aufwandes bewusst, die Sie übernehmen, wenn Sie den Igel auf eigene Faust überwintern; informieren Sie sich vorher intensiv über die notwendigen Rahmenbedingungen (z.B. www.pro-igel.de) - wir können an dieser Stelle keine ausführliche Pflegeanweisung geben.

Sollte ich Igel füttern?

Einer mäßigen Zufütterung im Herbst ist nichts entgegenzusetzen. Gerade schwache Jungtiere können so verbesserte Bedingungen für die Überwinterung erlangen. Verwenden Sie nur einwandfreies Futter (keine Essensabfälle) - spezielles Igelfutter aus dem Zoofachhandel, Katzenweichfutter, gekochtes Ei...; geben Sie den Igeln keine Milch zu trinken, Wasser reicht völlig aus.
Versuchen Sie, den Igel nicht an die Fütterung zu gewöhnen, so dass er die natürliche Nahrungssuche aufgibt - ein Igel ist kein Haustier!

Wie richte ich meinen Garten Igel-gerecht ein?

Igel sind nicht nur nett anzusehen, sondern als ausgesprochene "Nützlinge" sind sie fast in jedem Garten willkommen. So richtig wohl fühlen sich die kleinen Stacheltiere, wenn ihnen genügend Unterschlupf geboten wird - das können randlich im Garten gelegene Hecken und Wildsträucher sein, angehäuftes Zweigwerk oder auch zusammengekehrtes Laub im Herbst...
Gerade zum Winter können Sie Igeln gefällig sein, indem Sie aus Zweigen und trockenem Laub, vielleicht mit einem speziellen "Igelkasten" darunter (Kasten oder Bauanleitung in unserer Geschäftsstelle) eine sogenannte Igelburg anbieten - hier kann der geschützt und warm den Winter überstehen!

 

Insekten (Hornissen, Wespen und andere...)

Wer entfernt Wespen- oder Hornissennester, ohne die Tiere zu töten?

In manchen Regionen gibt es spezielle "Hornissenbeauftrage", teilweise haben Imker die Genehmigung (nach entsprechender Fortbildung) Wespen- und Hornissenvölker umzusiedeln. Ebenso gibt es in manchen Kreisen behördlich Angestellte (meist in der Unteren Naturschutzbehörde), die für solche Fälle ausgebildet sind.
Eine allgemeingültige Adresse gibt es nicht: Wenden Sie sich bitte an Ihre örtliche Gemeinde- oder Stadtverwaltung oder an die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis oder der Stadtverwaltung.

Sind Hornissen für den Menschen gefährlich?

Zwar sind Hornissenstiche allein schon aufgrund der abgegebenen Giftmenge schmerzhafter als gewöhnliche Wespenstiche - doch gibt es keinen Grund zur Panik! Wer keine Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Insektenstiche hat, sollte nicht viel mehr als bei einem Wespenstich spüren. Sollten Sie versehentlich ein Hornissennest zerstört haben und als Reaktion darauf zahlreiche Hornissenstiche abbekommen haben, so wäre ein Arztbesuch allerdings empfehlenswert...

Welche Vorsichtsmaßnahmen muss ich bei Wespen- oder Hornissennestern treffen?

Bei Hornissen sollte wenn möglich ein Abstand von etwa drei Metern vom Nest eingehalten werden. Gehen Sie näher an das Nest heran, so kann das von den Tieren als Bedrohung wahrgenommen werden, was sie eventuell auch zu spüren bekommen werden...
Ähnliches gilt für Wespennester - doch gibt es hier viele unterschiedliche Arten, die sich jeweils ganz verschieden verhalten können. Die freihängenden Nester unter Dachbalken oder ähnlichen Strukturen sind oft Bauten der "Sächsischen Wespe" - halten Sie auch hier respektvollen Abstand (s.o.) und die Wespen sollten Sie genauso akzeptieren wie Sie diese.

Wie lange wird ein Hornissen- oder Wespennest bestehen, wird es im Folgejahr wiederbezogen?

Das letzte zuerst: Die Nester werden nicht wieder bezogen; sollte sich erneut ein Volk am gleichen Standort entwickeln, so ist dieser eben besonders reizvoll...
Hornissen und die häufige Sächsische Wespe haben einen sehr ähnlichen Lebenszyklus: Den Winter überstehen nur die Königinnen, die sich an einem frostsicheren Ort verkriechen. Im zeitigen Frühjahr erwachen sie und suchen sich einen geeigneten Platz, an dem sie mit dem Bau der ersten Waben beginnen, die ersten Eier in diese ablegen und die heranwachsende Brut ganz allein aufziehen - von nun an übernimmt diese erste Arbeiterinnen-Generation die "groben Arbeiten".
Im Laufe des Sommers wächst das Volk und das Nest bei günstigen Bedingungen immer weiter an, im August hat die Bevölkerungsdichte im Insektenstaat meist den Höhepunkt erreicht. Zum Abschluss des Jahreszyklus schlüpfen die ersten Männchen und neue Königinnen. Nach erfolgter Paarung verlassen die befruchteten Königinnen das Nest und mit Ablauf der warmen Jahreszeit geht das übrige "Volk" komplett ein. Nur die Königinnen suchen wiederum einen Überwinterungsplatz.

Was kann ich für die Ansiedlung von Hornissen in meinem Garten tun?

Natürlicherweise nutzen Hornissen vorhandene Aushöhlungen in alten Bäumen (beispielsweise großräumig ausgefaulte Obstbäume); da diese Strukturen in "gepflegten Siedlungsräumen" aufgrund von Ordnungssinn und Sicherheitsdenken immer weniger werden, weichen die Tiere oft auf Ersatzräume aus - das können Vogelnistkästen, Hohlräume in Dachkonstruktionen oder auch eigens angefertigte Hornissenkästen sein.
Den Tieren ist schon sehr geholfen, wenn Sie das Volk an der Stelle nisten lassen, die die Königin für "ihre Saison" ausgewählt hat; Bauanleitungen für spezielle Hornissenkästen können Sie beim NABU Oldenburg bekommen. Bringen Sie diese Vorrichtungen an einem sonnigen Ort an, der sowohl den erwarteten Gästen als auch ihren Gastgebern ein konfliktfreies Nebeneinander gewährt...
Mit einem artenreichen und naturnah gestalteten Garten können Sie Grundlegendes für den Erhalt der Hornissen und vieler anderer Insektenarten tun.

Wie kann ich die Ansiedlung heimischer Insektenarten im Gartenbereich fördern?

Zunächst durch die Aussaat und Anpflanzung heimischer Wildblumen. An diese sind unsere Insekten in langwierigen Evolutionsprozessen angepasst. Desweiteren lohnt es sich, viele unterschiedliche Strukturen als Nistgelegenheit im Gartenbereich zu schaffen - so vielfältig wie die Insektenwelt so unterschiedlich sind auch die Ansprüche an Nistorte.
Totholz in jeder Form, Steinhaufen, Lehmflächen mit Löchern, vorgebohrte Hartholzblöcke, eigens angefertigte Holzkästen oder Röhrichtbündel; alle Nistgelegenheiten für Insekten am besten an einem sonnigen Ort anbringen, denn die Tiere sind in ihrer Entwicklung von der Außentemperatur abhängig.
Sollten Sie spezielle Informationen suchen, so fragen Sie uns einfach...

Was kann ich speziell zur Förderung der Insektenwelt in meinem Garten tun?

Die Insektenwelt gehört zu den artenreichsten Gruppen unserer heimischen Tierwelt - entsprechend sind die Anforderungen der verschiedenen Tiere ganz unterschiedlich; grundätzlich sind artenreiche Wildblumenbestände (ob nun als Beet oder als Blumenwiese) sehr vielen Insektenarten förderlich; ebenso können Sie die Insektenvielfalt in Ihrem Garten sicher vervielfachen, wenn Sie an sonnigen Orten Totholz (in jeder Form), Steinhaufen, Trockenmauern, offene Sand- oder Gartenbodenflächen schaffen. Viele kleine Strukturen sind in diesem Falle nützlicher als wenige großflächige Angebote...

Kann ich spezielle Nisthilfen für Insekten im Garten anbringen?

Durchaus - wir bieten in unserer Geshäftsstelle an: Hummelkästen, Insektennistblöcke aus Hartholz, und spezielle Hornissenkästen; für weitere Ideen (z.B. eine "Insektenwand" für sehr viele Arten) halten wir unsere Bauplansammlung für Nisthilfen für Sie bereit.

 

Amphibien (Frösche, Kröten und Molche)

Ungeschützte Amphibienwanderung über einen Verkehrsweg - an wen kann ich mich wenden?

Zum Einen können Sie sich an den NABU-Oldenburg wenden - wir werden Ihre Meldung sofort an die zuständige Behörde weiterleiten.
Dies können Sie natürlich auch selbst tun; Ansprechpartner wäre Ihre Gemeinde oder die Untere Naturschutzbehörde. Diese erreichen Sie bei Ihrem Landkreis bzw. in Oldenburg bei der Stadtverwaltung - Fachdienst Umwelt- und Naturschutz.

Betreut der NABU Amphibienwanderungen über Verkehrswege?

Vereinzelt ja - das hängt jeweils von der örtlichen Verfügbarkeit ehrenamtlicher Helfer ab; auch einzelne Gemeinden und örtliche Umweltbehörden führen solche Projekte alljährlich durch, oft in Zusammenarbeit mit dem NABU.
Daher der Rat: Wenn Sie eine durch Verkehr gefährdete Amphibienwanderung wahrnehmen, so melden Sie dies umgehend der zuständigen Gemeinde, der Unteren Naturschutzbehörde (Landkreis oder Stadtverwaltung) oder melden Sie es einfach uns - wir werden uns darum kümmern...!

Wie richte ich meinen Gartenteich für Frösche und Kröten her?

Das Gewässer sollte eine ausgeprägte "amphibische Flachwasserzone" haben; vermeiden Sie steile Uferkanten aus Holz oder anderem Material, das Ein- und Ausstieg von Amphibien behindert; wesentlicher Bestandteil eines Amphibiengewässers ist eine Tiefwasserzone (mind. 1 m), die der frostfreien Überwinterung dient.
Desweiteren fördern Struktur- und Artenreichtum eines Gewässers natürlich nicht nur die Ansiedlung von unzähligen Kleintieren sondern mit diesen auch wieder die Nahrungsgrundlage von Amphibien...
Reinigen Sie den Gewässergrund nie im Winterhalbjahr auf - im Bodenbereich verkriechen sich die meisten überwinternden Tiere.
Bieten Sie den Tieren auch Sommerquartiere an - selten gemähte Wiesenbereiche, ungestörte "Wilde Ecken", vielleicht unter Gehölzen...

Was für Frosch- und Krötenarten sind im Siedlungsbereich zu erwarten?

Die am häufigsten in Siedlungsbereichen unserer Region anzutreffenden Amphibienarten sind Erdkröten und Grasfrösche. Bei den runzeligen Erdkröten ist oft zu beobachten, dass die Männchen sich auf dem Rücken der Weibchen festklammern und sich von diesen zum Laichgewässer tragen lassen - das geschieht wohl weniger aus Faulheit, sondern so sichern die Männchen ab, dass sie die Auserwählte auf dem Wege nicht wieder verlieren...
Grasfrösche sind kleiner als Erdkröten, glatthäutig und insgesamt zierlicher; im Frühsommer, wenn sich die Kaulquappen zu kleinen Fröschen verwandelt haben, kann man den sogenannten Froschregen erleben: Hunderte von kleinen Mini-Fröschen verlassen das Laichgewässer und verteilen sich in der Umgebung, um geeignete Sommerquartiere zu finden.

Welche Molche sind im Siedlungsbereich zu erwarten?

Es sind dies in unserer Region vor allem der Berg-, Kamm- und der Teichmolch.

Darf ich Amphibien aus der Natur in meinen Gartenteich umsetzen?

Nein - das ist nicht nur durch den Gesetzgeber eindeutig verboten, sondern auch aus biologischen Gründen zu unterlassen. Die meisten Amphibien suchen zur Paarung immer wieder ihr eigenes Geburtsgewässer auf; die Entnahme von Tieren aus der Natur zwecks Aussetzen im eigenen Teich würde den Tieren die Orientierung bei der Rückwanderung rauben.
Bei geeigneten Bedingungen finden sich Amphibien in einem naturnah angelegten Gartenteich von allein ein.

Ich habe Kröten oder Frösche im Keller oder in Regenwasserschächten gefunden - was soll ich tun?

In den meisten Fällen wird es den Tieren nicht möglich sein, aus eigenen Kräften wieder aus dem Schacht zu entkommen; Bitte befreien Sie die Tiere vorsichtig aus ihrem Gefängnis, in das sie vermutlich unbeabsichtigt hineingefallen sind.

Wandern Amphibien zur Paarung immer in ihr Laichgewässer zurück?

Dies ist die Regel - ja! Doch man kann sich leicht denken, dass es viele Ausnahmen von dieser Regel geben muss, denn sonst müsste die Neubesiedelung von frisch angelegten Stillgewässern erheblich länger dauern, als es tatsächlich zu beobachten ist.

Kann ich selbst im NABU aktiv für den Amphibienschutz werden?

Ja - verschiedene NABU-Gruppen setzen sich vor Ort für den Amphibienschutz ein; sollten Sie selbst eine neue Aktion zum Schutz einer Amphibienwanderung beginnen wollen, so setzen Sie sich mit uns in Verbindung - wir werden Sie darin unterstützen!

Was kann ich für Amphibien in meinem Garten tun?

Durch die Anlage eines Gartenteiches bieten sie Kröten, Fröschen und Molchen einen geeigneten Lebensraum an - bitte warten Sie ab, in der Regel stellen sich Amphibien nach kurzer Zeit selbständig ein, setzen Sie keine Tiere oder Laich aus der Natur in Ihren Teich um!
Ein gutes Amphibiengewässer hat eine ausgeprägte Flachwasserzone, kräftigen Bewuchs am Rande, eine größte Tiefe von mindestens einem Meter und keine steilen Uferkanten. Bitte führen Sie keine Säuberungsmaßnahmen am Teichgrund in Winter oder Frühling durch.
Mit nur ein- oder zweischürig gesensten Wiesenbereichen oder unbearbeiteten Bereichen unter Gehölzen bieten Sie Amphibien einen hervorragenden Unterschlupf für die Sommermonate.

 

Fledermäuse

Welche Fledermausarten sind in unserer Region zu beobachten?

Die am häufigsten beobachteten Arten sind sicher der Große Abendsegeler und die Breitflügelfledermaus; sie fliegen beide in der Abenddämmerung und sind gut durch ihr Flugbild zu unterscheiden: Der Abendsegler fliegt recht geradlinig, häufig in Baumwipfelhöhe und in wiederkehrenden Runden; die Breitflügelfledermaus zeigt ein unruhiges Flugverhalten mit häufigen und abrupten Richtungswechseln in ebenso schnell wechselnder Flughöhe.
Ebenfalls in unserer Region heimisch sind beispielsweise die kleineren Wasserfledermäuse, die Zwergfledermaus und der Kleine Abendsegler - doch sind diese seltener zu beobachten.

Wo überwintern Fledermäuse?

Manche Arten ziehen bis zu mehrere Tausend Kilometer in den wärmeren Süden Europas, um dort zu überwintern; doch die meisten Fledermäuse bleiben in etwa an ihrem Sommerstandort und ziehen sich dort in frostfreie Räume zurück, um in ihre Winterruhe zu fallen. Solche Räume können Kellergewölbe sein, alte Bunkeranlagen oder auch Zwischenräume in Mauerwerk oder größere Baumhöhlen.

Was sind die Hauptgründe für die Gefährdung aller bei uns heimischen Fledermausarten?

Diese sind vielfältig: Zum Einen mangelt es oft an Winter- oder Sommerquartieren - vor allem die Baumbewohner unter den Fledermäusen leiden unter der "Überpflegung" unserer Baumbestände, da sie ausgefaulte Baumhöhlen benötigen. Ausgeräumte Landschaften bieten nicht mehr die Strukturvielfalt, die Fledermäuse in ihrem Lebensraum benötigen.
Zum anderen geht die Anzahl der Insekten immer mehr zurück und diese sind ja die ausschließliche Nahrungsquelle für alle bei uns heimischen Fledermausarten. Hinzu kommt die Belastung der Insekten mit Pestiziden - durch Ansammlung in der Nahrungskette war vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten sicher ein großer Anteil des Rückgangs der Fledermäuse begründet.

Wie kann ich Fledermäusen Schlafquartiere im/am Haus oder im Garten anbieten?

Manche Arten (beispielsweise Großer Abendsegler) sind typische Baumhöhlenbewohner - für diese Tiere lassen sich neben dem Erhalt ausgehöhlter Baumstämme spezielle Fledermauskästen an Baumstämmen anbringen. Andere Arten wie die Breitflügelfledermaus suchen über Tag kleine Hohlräume in Gebäuden oder ungestörte Dachböden auf. Für diese Arten lassen sich nach einem eventuell erfolgten Ausbau des Dachstuhles oder nach anderen Renovierungsmaßnahmen dieselben Ersatzquartiere an der Hauswand, vorzugsweise unter dem Dachüberstand anbringen.
Für beide Methoden gilt, dass die Kästen gerne in Gruppen angebracht werden können, mindestens in drei Meter Höhe und wenn möglich nach Südosten ausgerichtet sein sollten.

Was kann ich außer dem Angebot von Schlafquartieren für den Erhalt der Fledermäuse tun?

Legen Sie einen naturnahen Garten an, der viele heimische Wildpflanzen enthält - diese locken zahlreiche Insekten an, die wiederum Nahrungbasis für die Fledermäuse sind; schaffen Sie Strukturen, wenn Sie einen großflächigen Garten haben (randliche Heckenstrukturen, vielleicht durchsetzt mit einzelnen höheren Bäumen erbgeben beispielsweise die Wirkung einer Lichtung); Wasser im Garten lockt ebenfalls viele Insekten an; schaffen Sie Nistmöglichkeiten für Insekten; verschließen Sie keine kleinen Lücken und Einlässe an Ihren Gebäuden, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Bietet der NABU Führungen zum Thema Fledermäuse an?

Ja - bitte informieren Sie sich im Veranstaltungsverzeichnis des NABU; in Oldenburg beispielsweise sind die Fledermausexkursionen in den Schloßgarten bereits seit mehreren Jahren gut besuchte Veranstaltungen...

Wo kann ich mich eingehend über das Leben der Fledermäuse informieren?

Die NABU-Geschäftsstelle bietet verschiedene Broschüren zum Thema; im Internet möchten wir Ihnen die Seite www.fledermaus.de empfehlen.

Kann ich im NABU aktiv im Fledermausschutz werden?

Ja - seit einigen Jahren gibt es in Oldenburg eine Fledermaus-AG, die Schlaf- und Überwinterungsquartiere sowie die vorkommenden Arten erfasst. Wenden Sie sich an die NABU-Geschäftsstelle, bei Ihrer örtlichen NABU-Gruppe oder informieren Sie sich unter /projekte/fledermäuse

 

Singvögel (ohne Rabenvögel)

Sollte ich Vögel im Winter füttern?

Wenn unsere heimischen Singvögel auch von Natur aus die Fähigkeiten haben, einen Winter in unseren Breiten zu überstehen, so ist dennoch einer mäßigen und sachgerechten Zufütterung nichts entgegenzusetzen. Diese sollte aber auf die Zeiten beschränkt bleiben, in denen eine dichte Schneedecke liegt oder der Boden gefroren ist.

Welche Art von Futter ist für Singvögel zu empfehlen?

Es gibt Weich- und Körnerfresser: Weichfressern können Sie die typischen Talgbälle durchmischt mit Getreideflockem und Trockenfrüchten anbieten, Amseln beispielsweise freuen sich an kalten Tagen über das Angebot von ein paar alten Äpfeln. Körnerfresser nehmen nahezu jede Art von Getreide (auch Mais) und kleinere Nüsse.
Entscheidend ist die Frische des Futters - keine feuchtgewordenen Reste oder Angeschimmeltes anbieten! Im Zweifelsfalle sind Sie mit Futter aus dem Zoofachhandel sicher bedient. Weiter ist ständig auf die Sauberkeit des Futterplatzes zu achten, damit sich dort keine Krankheiten ausbreiten können, wo ungewöhnlich viele Tiere auf engem Raum zusammenkommen...

Ist es sinnvoll, Nisthilfen für Singvögel am Haus oder im Garten anzubringen?

Wenn Sie einen alten Baumbestand mit natürlichen Baumhöhlen, Wildsträucherhecken und etliche Nischen und Einschlüpfe an Ihren Wohn- oder Nutzgebäuden haben, sollte die heimische Vogelwelt eigentlich gut bedient sein - haben Sie aber nicht diesen "optimalen Vogelgarten", so ist es durchaus sinnvoll Nisthilfen für Singvögel anzubringen, um die fehlenden natürlichen Nistgelegenheiten zu ersetzen.
Durch Ausräumung der Landschaft, Insektenschwund und nicht zuletzt durch den Autoverkehr in städtischen Bereichen hat es die heimische Vogelwelt eindeutig schwerer als noch vor einigen Jahrzehnten, Nistmöglichkeiten zu finden und die Brut durchzubekommen. Sogar für "Allerweltsarten" wie den Haussperling sind Rückgangstendenzen zu verzeichnen! Von daher können wir an einer artgerechten Unterstützung durch ein entsprechendes Nistplatz-Angebot nichts Falsches entdecken...

Welchen Vogelarten kann ich mit Nistkästen helfen?

Es sind dies vor allem die "Höhlen- und Nischenbrüter" - Meisen, Spatzen, Schnäpper, Rotschwänze, Zaunkönig und Star. Doch auch Kleiber, Baumläufer, Rotkehlchen und Mauersegler lassen sich von einem geeigneten Angebot "überzeugen"...
Anderen Arten - die "Heckenbrüter" - können Sie durch Anpflanzung von Wildsträuchern (dornige bieten besseren Schutz!) und begrünten Fassaden oder auch mit lockeren Totholzhaufen geeignete Brutmöglichkeiten schaffen.

Wie bringe ich Nistkästen im Haus- und Gartenbereich richtig an?

Grundsätzlich ist eine Höhe von mindestens drei Metern zu empfehlen, eine Ausrichtung nach Südosten wäre ideal; doch kann man die Anbringung durchaus den örtlichen Gegebenheiten anpassen. Vermeiden sollten Sie auf jeden Fall stark genutzte Bereiche und die Himmelsrichtungen West und Nord.
Durch Anbringung an Hauswänden oder im Gartenbereich sprechen Sie unterschiedliche Vogelarten an, was durchaus wünschenswert ist. Für Sonderfälle wie beispielsweise Baumläufer, Bachstelze oder Mauersegler nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.

Welche Pflegearbeiten fallen für Nistkästen an?

Wir empfehlen, Nistkästen einmal im Herbst vom alten Gelege zu befreien und einfach auszufegen; Das ist alles! Benutzen Sie keine Reinigungsmittel. Achten Sie auf Ungeziefer, das in alten Nestern oft noch vorhanden ist (Arbeitshandschuhe!). Lassen Sie die Kästen auch im Winter hängen - in kalten Nächten schlafen Vögel gerne an solchen geschützten Orten.

Wo bekomme ich fachgerecht angefertigte Nistkästen?

In der NABU-Geschäftsstelle in Oldenburg bieten wir eine Dauerausstellung von verschiedenen Holz-Nistkästen an. Sollten Sie Holzbeton-Kästen bevorzugen, so bekommen Sie diese im gut sortierten Zoohandel.

Wo bekomme ich Baupläne, um Nistkästen selbst anzufertigen?

Bei uns! Wir halten in unserer Geschäftssstelle in Oldenburg eine 30 Seiten starke Broschüre (DIN A4) für Sie bereit, die Baupläne für nahezu alle üblichen Singvogelkästen, Kauz- und Eulenkästen sowie Insektennisthilfen, Fledermauskästen und mehr enthält. Sie können dieses Heft gegen Einsendung von 4,- Euro in Briefmarken auch auf dem Postwege bestellen (Stichwort "Nisthilfen").

Wie kann ich Vogelarten Nistgelegenheiten bieten, die nicht in Nistkästen brüten?

Manche Arten nisten gerne in Nischen und Vorsprüngen in Mauerwerk und Dachbereichen - diese also möglichst nicht "wegsanieren". Andererseits können Sie der Vogelwelt sehr durch das Pflanzen von Wildsträuchern im Gartenbereich helfen; gerade dornige Arten wie Weiß- und Rotdorn oder Schlehe bieten Heckenbrütern idealen und natürlichen Schutz vor eventuellen Räubern. Weiterhin bieten beispielsweise mit Efeu begrünte Hausfassaden sehr beliebte Nistmöglichkeiten für Amseln und andere Singvogelarten.

Kann ich beim NABU aktiv für den Singvogelschutz werden?

Ja - Sie können einerseits an den angebotenen ornithologischen Exkursionen (Veranstaltungsverzeichnis) teilnehmen, selbst Exkursionen anbieten oder in der "Nistkasten-Gruppe" aktiv werden - wir betreuen im Oldenburger Land mehr als 3.000 Nisthilfen!
Wenn Sie mitarbeiten möchten, so nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Welche Zugvögel sind im Winterhalbjahr an unserer Küste zu beobachten? -auch Küstengewässer

Das niedersächsische Wattenmeer ist sowohl Rastgebiet für durchziehende Zugvögel, als auch Überwinterungsgebiet für Arten aus den sehr weit nördlich gelegenen Brutgebieten. So kann man beispielsweise im Rheiderland riesige Trupps von Nonnengänsen, Grau-, Bläss- und anderen Wildgänsen rasten sehen; die Tiere versorgen sich hier mit lebenswichtigem "Fettproviant" für die Weiterreise. Dasselbe tun kleinere Vogelarten wie beispielsweise verschiedene Seeschwalben und der Knutt - ein trotz seiner geringen Größe auffallender Vogel; wer einmal die wabernden "Knuttwolken" über dem Watt erleben konnte, wird dieses Bild wahrscheinlich für immer mit dem Nordseewatt in Verbindung bringen!
Doch auch echte Raritäten wie beispielsweise Raubmöwen oder Basstölpel können zeitweise an der Nordseeküste beobachtet werden - es wäre unmöglich, hier alle Arten zu nennen... Zu genaueren Informationen, wann die besten Beobachtungszeiten im ostfriesischen Wattenmeer sind und wann geführte Exkursionen zu den Wildgänsen stattfinden, wenden Sie sich bitte an den NABU Ostfriesland.

 

Zugvögel

Bietet der NABU Exkursionen zu den Zugvögeln im Wattenmeer an? -auch Zugvögel

Ja - im Winterhalbjahr werden durch die NABU Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland zahlreiche Busexkursionen mit fachlicher Führung zu den Wildgänsen im Rheiderland angeboten. Erfragen sie bitte dort die genauen Termine; einige Exkursionen starten alljährlich auch von Oldenburg aus - diese Termine finden Sie in unserem Veranstaltungsverzeichnis.
Dort finden Sie auch alle übrigen vogelkundlichen Exkursionen des NABU Oldenburg; manche von Ihnen haben auch die Küstenregionen zum Ziel.

Wo außer an der Küste sind Zugvögel in unserer Gegend zu beobachten?

Verschiedene feuchte und weiträumige Flächen im Bereich des Oldenburger Landes eignen sich als Rastgebiete für durchziehende Vögel. Als besonders wertvolle Areale sind die Hunteniederung östlich von Oldenburg und der Bereich des Dümmers anzusehen. Auch Moorbereiche könne den Zugvögeln Schutz und Ruhe vor dem Weiterflug bieten, wie etwa das Goldenstedter Moor, wo alljährlich Trupps von Kranichen kurze Rast halten.

Worin liegt die Hauptgefährdung für die Zugvögel in unserer Region?

Bei den küstenbewohnenden Zugvögeln denkt mancher vielleicht als erstes an augenfällige Gefahren wie Hochspannungsleitungen oder rotierende Windkraftanlagen - doch die Hauptgefahr liegt in der Verschlechterung der Rastbedingungen auf dem langen Weg in die Überwinterungsgebiete und zurück. Jedes Rastgebiet - von denen das niedersächsische Wattenmeer eines der allerwichtigsten ist - ist ein unverzichtbarer Trittstein für unzählige Vögel. Während Brut- und Überwinterungsgebiete oft in dünn besiedelten und recht ursprünglichen Weltgegenden wie afrikanischen Küstenbereichen, Sibirien oder Norskandinavien liegen, führt das Zuggeschehen die meisten Vögel in intensiv genutzte Landschaften, wo Konflikte zwischen Ökonomie und Ökologie leider oft zugunsten der Ökonomie entschieden werden.
Für Singvögel und andere Arten wie beispielsweise den Storch, die bei uns ihr Brutgeschäft betreiben, sind die Probleme andere: Die Singvogelwanderung erfolgt häufiger in einem durchgängigen Zug, was die Abhängigkeit von Rastgebieten mindert; Gefahren ergeben sich aus der Singvogeljagd, die immer noch in verschiedenen südeuropäischen Ländern betrieben wird. Doch gerade in unserer Region ist der Bruterfolg und somit der Bestand der betroffenen Arten von Umweltfaktoren abhängig, die sich in den letzen Jahrtzehnten in vielen Fällen verschlechert haben.
Als Brutregion und als Trittstein im sogenannten "eurasischen Vogelzug" tragen wir somit eine unübersehbare Verantwortung für den Erhalt vieler Vogelarten!

Wo kann ich mich ausführlicher zum Thema Vogelzug informieren?

Der NABU Ostfriesland bietet Exkursionen zu Wildgänsen und anderen Zugvögeln an - hier können Sie Auskunft über das aktuelle Zugvogelgeschehen bekommen. Desweiteren stellen sicher die verschiedenen Nationalparkhäuser an der ostfriesischen Küste und die sehr schönen Seiten des Mellumrates eine gute Informationsquelle dar.

Wann kehren Mauersegler aus den Überwinterungsgebieten zurück und wo sind diese Gebiete?

Mauersegler kehren auffällig genau um den ersten Mai aus Afrika in unsere Region zurück; sie betreiben hier ihr Brutgeschäft und verlassen uns bereits ab August wieder - so gehört der typische Ruf der Mauersegler und der Anblick ihrer Flugakrobatik über unseren Städten zu Eindrücken, die eindeutig mit den Sommermonaten verknüpft sind. Wussten Sie übrigens, dass Mauersegler nur in Notfällen oder zur Brut "an Land" gehen? Ansonsten verbringen sie ihr ganzes Leben in der Luft; sogar Schlafen können sie im Fliegen!

Was kann ich für Mauersegler tun?

Natürlicherweise brüten Mauersegler in hochgelegenen Felsspalten, sind bei uns im nordwestdeutschen Flachland also streng genommen nicht wirklich heimisch; doch als sogenannte Kulturfolger wussten die Mauersegler schon lange, menschliche Bauten als Brutraum zu nutzen. Hochgelegen sollte das Nistplatzangebot schon sein...
Dachtraufen mit kleinen Einschlüpfen ins Innere, kleine Hohlräume im Mauerwerk, gerne auch in Brückenbauten oder Kirchtürmen reizen die Flugkünstler zum Nisten. Spezielle Mauerseglerkästen können somit an genau diesen Stellen sinnvoll angebracht werden. Entsprechende Kästen, Bauanleitungen und auch genauere Informationen zum Anbringen finden Sie in der NABU-Geschäftsstelle in Oldenburg.

Wann kehren Schwalben aus den Überwinterungsgebieten zurück und wo sind diese Gebiete?

Ähnlich wie die ihnen ähnlichen Mauersegler verbringen Schwalben den Winter in warmen afrikanischen Gefilden. Bei uns sind als Brutvogel die Rauchschwalbe und die Mehlschwalbe anzutreffen. Beide sind in April oder Mai in unseren Breiten zu erwarten.

Was kann ich für Schwalben tun?

Eine schwierige Frage: Denn der deutlich zu verzeichnende Rückgang der Schwalben in unserer Region ist größtenteils auf mangelnde Nahrung (Rückgang der Insekten) und wohl auch auf fehlendes Nistmaterial zurückzuführen. Offene Pfützen mit lehmigem Material, das zum Nestbau verwendet wird, ist bei uns vor allem auf Feldwegen und landwirtschaftlichen Hofflächen zu finden - doch diese Bereiche werden zunehmend versiegelt.
Beides Probleme, die dem Einzelnen schwer zugängig sind; es verbliebe, durch naturnahe Gartengestaltung etwas für die Insektenwelt zu tun und bei noch offenen Wege- und Hofflächen den Ordnungssinn mal etwas zurückzustellen; vor allem wenn zu sehen ist, dass sich die Schwalben dort bedienen...

Wann kehren Störche aus den Überwinterungsgebieten zurück und wo sind diese Gebiete?

Dies ist im Einzelfall natürlich von den allgemeinen Witterungsbedingungen und auch vom Überwinterungsgebiet abhängig. Doch kann man grob sagen, dass die meisten Störche im März oder April in unsere Region zurückkehren. Die nächsten Überwinterungsgebiete der Störche liegen in Spanien und Nordafrika; doch etliche Tiere fliegen bis Zentral- oder sogar bis Südafrika, um dort den Winter zu verbringen.
Aktuelle Daten zum Zug der Störche gibt es während der Wanderzeiten im Internet unter www.storchenzug.de...

Kann ich mich beim NABU aktiv mit Zugvögeln beschäftigen?

Sie können der Ornithologischen Arbeitsgruppe (OAO) beitreten, die traditionsreichste unter den Oldenburger NABU-Gruppen...

 

Rabenvögel

Welche Arten gehören eigentlich zu den Rabenvögeln?

Bei uns heimisch sind Saatkrähe, Aaskrähe, Dohle, Eichelhäher, Elster und Kolkrabe - letzterer ist in unserer Region jedoch sehr selten geworden.
Wussten Sie übrigens, dass die Rabenvögel zur Gruppe der Singvögel gezählt werden und der Kolkrabe weltweit der größte Singvogel ist...?

Ich habe den Eindruck, dass es immer mehr Krähen und Elstern in der Stadt gibt - wie kommt das?

In den letzten Jahrzehnten ist eine deutliche Migration der Rabenvögel vom ländlichen Bereich in Städte und kleineren Ortschaften zu verzeichnen. Dies liegt u.a. daran, dass Strukturen wie hofnahe Baumgruppen oder kleinere Gehölze mit Altbaumbestand, in denen die Rabenvögel gerne ihre Brutkolonien aufbauen, in der freien Landschaft immer seltener werden. Als Ersatzstrukturen nehmen die Tiere zunehmend Parks und ähnliche Baumbestände in menschlichen Siedlungen an.
Übrigens brütet die Waldohreule mit großer Vorliebe in verlassenen Elster- oder Krähennestern...

Gefährden Rabenvögel die Singvogelbestände?

Nach verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen musste festgestellt werden, dass sie dies nicht tun! Jedermann kann wohl nachvollziehen, dass allein schon aus statistischen Gründen das Erlöschen einer Art durch ungezielt tätige Räuber wie die Rabenvögel sehr unwahrscheinlich ist: denn je weniger Tiere einer unter "Räuberdruck" stehenden Art im Gebiet leben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass gerade diese Tiere dem Räuber zum Opfer fallen.
Rabenvögel sind keine "echten Jäger" - in der freien Landschaft ernähren sie sich u.a. von Aas und kranken oder verletzten Singvögeln und Kleinsäugern, erfüllen also durchaus sinnvolle "Säuberungsaufgaben"; vom Land verdrängt in die menschlichen Ansiedlungen haben sich die Krähen und Elstern ersatzweise auf das reichhaltige "Angebot" an Singvögeln verlegt, da diese vielerorts recht ungeschützt und in großer Zahl in städtischen Gärten zu finden sind.

Was kann ich gegen das Räubern der Rabenvögel tun?

Sie können schon bei der Aufhängung von Nisthilfen passiven Schutz bieten: Nisthilfen versteckt oder durch dornige Sträucher geschützt anbringen, bei offenen Halbhöhlen solche mit weit vorgezogenen Dächern verwenden (Verhindern der Ansitzmöglichkeiten für größere Vögel), keine Äste oder größere Zweige vor dem Nistkasten (potentieller Ansitz für Räuber).
Hecken- oder Nischenbrüter suchen sich meist ganz instinktiv geschützte Brutplätze; diese können Sie natürlich auch durch gezieltes Anpflanzen von Wildsträuchern, Fassadenbegrünung etc. anbieten.
Nach dem Ausflug der Jungtiere meinen viele, nichts mehr beeinflussen zu können - doch mit der Anpflanzung von dornigen Sträuchern oder dem lockeren Aufschichten von Totholz (Zweigwerk) erhöhen Sie die Überlebenschance für die noch unerfahrenen Jungtiere auf ganz naturnahe Weise; hier warten die Jungtiere versteckt auf die Fütterung durch ihre Eltern, solche Strukturen bieten den Singvögeln Unterschlupf wie in der freien Natur, denn dort gibt es keine freigeräumten und kurzgeschorenen Grasflächen, wo die Jungtiere den Rabenvögeln wie auf dem Tablett serviert werden...

 

Andere

Was kann ich für Reptilien in meinem Garten tun?

Reptilien sind in unserer Region eher selten anzutreffen und sehr scheue Tiere - ein Angebot für Eidechsen können Sie am besten durch eine in der Vollsonne gelegene Trockenmauer schaffen, hier könnte sich die Zaun- oder die Waldeidechse einfinden.
Ringelnatter und Blindschleiche brauchen recht ungestörte Bereiche, beispielsweise größere, sonnige Wildblumenwiesen, optimalerweise mit Anbindung an schattige Gehölzstrukturen, feuchte Flächen oder einen Teich...

Welche Nisthilfen kann ich Eulen und Käuzen im Garten und am Haus anbieten?

Je nach Art verschieden: Waldohreulen nutzen gern die verlassenen Nester von Elstern und Krähen; Für Waldkäuze gibt es spezielle Nistkästen (müssen recht hoch an Bäumen angebracht werden); Schleiereulen sind typischerweise Scheunenbewohner, spezielle Kästen können innen an Giebelseiten von Scheunen oder größeren Dachböden angebracht werden (Einflugloch in Postkartengröße nötig); Steinkäuze bewohnen ausgehöhlte Bäume auf Flächen mit lockerem Baumbestand (beispielsweise Obstwiesen) oder an Waldrändern, es gibt spezielle Steinkauzröhren als Nistangebot.
Alle beschriebenen Kästen oder entsprechende Bauanleitungen sind in unserer Geschäftsstelle erhältlich.

Kann ich auch Kleinsäugern Nisthilfen im Gartenbereich anbieten?

Wir haben in unserer Geschäftsstelle sogenannte Kleinsäugerkobel im Angebot; diese geräumigen Kästen sind speziell auf die Anforderungen von Gartenschläfer und Eichhörnchen hin konstruiert, aber auch verschiedene Mausarten werden sich hier wohlfühlen.
Für Igel gibt es bei uns eigens konstruierte Igelkästen, die im Winter mit Laub und Zweigen überhäuft einen geschützen Ort für die Winterruhe bieten. Diese Kästen nutzen Igel gelegentlich auch zur Nestanlage.

 

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